Zeugen beeinflußt? : Trumps Ex-Wahlkampfberater Manafort muss in U-Haft

Paul Manafort, früherer Wahlkampfmanager von Trump, im Herbst 2017 vor dem Federal District Court in Washington. /AP
Paul Manafort, früherer Wahlkampfmanager von Trump, im Herbst 2017 vor dem Federal District Court in Washington. /AP

Paul Manafort ist eine Schlüsselfigur in der Russland-Affäre um Donald Trump. Jetzt schickt ihn eine Richterin hinter Gitter. Damit wächst auch für den Präsidenten der Druck. Die Frage ist: Was weiß Paul Manafort und wem sagt er es?

shz.de von
15. Juni 2018, 20:57 Uhr

Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort muss in Untersuchungshaft. Eine US-Bundesrichterin in Washington entschied am Freitag, bei Manafort bestehe Verdunkelungsgefahr.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 69-Jährigen vor, potenzielle Zeugen in eigener Sache beeinflusst zu haben. Manafort ist eine der Schlüsselfiguren in der Russland-Affäre um Präsident Trump und sein Wahlkampflager.

Manafort war bereits im Oktober vergangenen Jahres wegen verschiedener Vergehen, darunter Geldwäsche und unangemeldetes Arbeiten für eine ausländische Regierung, angeklagt worden. Seitdem lebt er quasi unter Hausarrest und trägt eine elektronische Fußfessel. Die Verhandlung am Freitag hätte eigentlich dazu dienen sollen, seine Bedingungen zu verbessern.

Das Gericht ging jedoch von dem Verdacht aus, dass Manafort seit der gegen ihn erhobenen Anklage weitere Straftaten begangen haben könnte. Der 69-Jährige hat laut Sonderermittler Robert Mueller versucht, Zeugen über einen Mittelsmann und über ein verschlüsseltes Nachrichtenprogramm zu kontaktieren, heißt es darin. Er habe versucht, sie dazu zu bewegen, falsche Aussagen über ihre Lobbyarbeit zu machen, die sie auf Geheiß von Manafort machten.

Die Kontaktaufnahme erfolgte demnach von Februar bis April, als sich Manafort bereits unter Hausarrest befand. Damit hat er gegen Bewährungsauflagen verstoßen.

Er muss sich vor dem Gericht in Washington unter anderem wegen krimineller Verschwörung, Steuerhinterziehung und Geldwäsche in Höhe von 30 Millionen US-Dollar verantworten. Er hat auf nicht schuldig plädiert. Die Anklage hat sich aus den Ermittlungen von Mueller ergeben, die der FBI-Sonderermittler wegen der mutmaßlich russischen Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl 2016 führt.

Trump selbst wies am Freitag darauf hin, dass Manafort nichts mit dem Präsidentschaftswahlkampf zu tun gehabt habe - obwohl er phasenweise diesen geleitet hatte. Manafort sei nur 49 Tage an der Spitze des Trump-Lagers gewesen.

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