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Designierter US-Präsident : Trump-Telefonat mit Taiwan – China beschwert sich

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Telefonate zwischen den Spitzen der USA und Taiwans sind seit Jahrzehnten ein diplomatisches „No-go“.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2016 | 11:50 Uhr

Washington | China hat gegenüber Washington seinen Unmut über das Telefonat des designierten US-Präsidenten Donald Trump mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen geäußert. Peking habe die Berichte zur Kenntnis genommen und seine Position bei den zuständigen US-Behörden ernsthaft deutlich gemacht, hieß es am Samstag in einer Mitteilung auf der Internetseite des chinesischen Außenministeriums. Es müsse unterstrichen werden, dass es nur ein China in der Welt gebe und Taiwan ein untrennbarer Teil des chinesischen Territoriums sei.

Trump hatte als erster neugewählter US-Präsident seit Jahrzehnten mit einem taiwanesischen Staatsoberhaupt telefoniert. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und nicht als souveränen Staat.

„Die Regierung der Volksrepublik China ist die einzige rechtmäßige Regierung, um China zu vertreten. Das ist eine von der internationalen Gemeinschaft weithin anerkannte Tatsache“, betonte

Außenministeriums-Sprecher Geng Shuang laut der Mitteilung aus Peking. Das Ein-China-Prinzip sei die politische Grundlage der amerikanisch-chinesischen Beziehungen. „Wir bitten die zuständigen Stellen in den USA eindringlich, sich an die Verpflichtung zur Ein-China-Politik zu halten“, hieß es weiter. Die USA müssten die Taiwan-Frage vorsichtig und sorgfältig behandeln, um unnötige Störungen der beiderseitigen Beziehungen zu vermeiden.

Trumps Team hatte zunächst erklärt, Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen habe ihm zum Wahlsieg gratuliert und mit ihm „über die engen wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen Bindungen zwischen Taiwan und den USA gesprochen“.

Wie so oft nutzte Trump im Nachgang des Telefonats den Kurznachrichtendienst Twitter, um seine Sicht der Dinge zu erläutern. „Die Präsidentin Taiwans hat heute MICH ANGERUFEN, um mir zur gewonnenen Präsidentschaft zu gratulieren. Dankeschön!“, schrieb er dort. Und kurz darauf: „Interessant, wie die USA Taiwan Militärausrüstung im Milliardenwert verkaufen, ich aber keinen Glückwunschanruf annehmen soll.“

Wegen des Drucks aus Peking trauen sich nur wenige Staaten, Taiwan als souveränen Staat anzuerkennen. Wer es dennoch tut, setzt dafür seine diplomatische Beziehungen zu Peking aufs Spiel. Washington pflegt seit 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr zu Taipeh.

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