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US-Notenbank : Trump denkt über Ablösung der FED-Chefin Janet Yellen nach

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Ein enger Vertrauter Donald Trumps gilt als ihr aussichtsreichster Nachfolger.

Washington | Im Wahlkampf ließ der Präsident keine Gelegenheit aus, Janet Yellen für ihren Kurs an der Spitze der FED zu schelten. Im kommenden Februar kann Donald Trump sie nun ersetzen. Dann ist ihre Amtszeit abgelaufen. Sofern der Präsident die von seinem Vorgänger Barack Obama nominierte Volkswirtin nicht erneut vorschlägt, müsste er eine Alternative präsentieren.

Donald Trump erbte von seinem Vorgänger eine der längsten Aufschwungphasen auf dem Arbeitsmarkt. Ökonomen rätseln, warum trotz hoher Beschäftigung die Löhne und Gehälter kaum wachsen. FED-Chefin Janet Yellen muss versuchen, das große Arbeitsmarkt-Rätsel der USA zu lösen.

Wie die US-amerikanische Zeitung „Politico“ unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus und Kongress berichtet, stehen die Chancen auf eine zweite Amtszeit Yellens „bei Null“. Heißer Anwärter für die Nachfolge ist der Wirtschaftsberater des Präsidenten Gary Cohn.

Der Favorit für den Job tut, was Kandidaten für Spitzenpositionen in Washington tun, wenn ihre Nominierung nicht unmittelbar bevorsteht. „Ich habe einen großartigen Job im Moment“, lenkte Cohn im Wirtschaftsrat-Fernsehen von CNBC von den Spekulationen über seine Person ab. „Dem Präsidenten zu dienen, ist ein Traum, der wahrgeworden ist.“

Mag sein, schließt aber nicht aus, dass stimmt, was das Insider-Portal unter Berufung auf eine Vielzahl von Informanten in der Regierung berichtet. „Wenn Gary den Job haben will, gehört er ihm“, sagte ein Republikaner, der mit dem Auswahlprozess vertraut ist.

Cohn, ein New Yorker Demokrat und ehemaliger Chef des Geldhauses Goldman Sachs, geniest im Kongress überparteiliche Sympathien. Er gilt als vernünftige Stimme in einer Regierung, die vor allem durch Drama und Sprunghaftigkeit geprägt ist. 

Ironischer Weise verfolgt er einen ähnlichen Ansatz wie Yellen, die nach der enormen Expansion der Geldpolitik auf eine „sanfte Landung“ setzt. Damit gemeint ist die vorsichtige und schrittweise Anhebung der Leitzinsen und die Veräußerung der enormen Verbindlichkeiten, die die FED während der Finanzkrise aufgekauft hat.

Als Schwachstelle Cohns gilt dessen fehlender akademischer Hintergrund als Volkswirt. Er zeigt zudem wenig Neigung, dem Kongress wie Yellen, Ben Bernanke oder Alan Greenspan geduldig Rede und Antwort zu stehen. 

Die große Unwägbarkeit bleiben die Turbulenzen im Weißen Haus. Falls sich der Präsident dort für einen Umbau entscheidet, ist der Goldman-Alumni auch als Stabschef (Chief of Staff) im Gespräch. Cohn ist Trumps Mann für alle Fälle. 

 

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erstellt am 12.Jul.2017 | 15:08 Uhr

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