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Uni Hannover : Trotz Plagiaten: Ursula von der Leyen darf ihren Doktortitel behalten

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Fast ein halbes Jahr hat die Uni Hannover die Doktorarbeit Ursula von der Leyens geprüft. Jetzt fiel die Entscheidung.

Hannover | Die Universität Hannover hat entschieden: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) verliert ihren Doktortitel nicht. Das entschied der Senat der Medizinischen Hochschule am Mittwoch nach Prüfung der Plagiatsvorwürfe. Die Entscheidung sei mehrheitlich bei sieben zu eins Stimmen gefallen.

Es seien aber einige Plagiate festgestellt worden, sagte MHH-Präsident Christopher Baum. „Es geht um Fehler, nicht um Fehlverhalten.“ Es habe keine Täuschungsabsicht vorgelegen.

Im Kurznachrichtendienst Twitter hagelt es Kritik:

Plagiatsjäger hatten von der Leyen schwere Regelverstöße in ihrer 1990 erschienenen medizinischen Doktorarbeit vorgeworfen. Auf der Internetseite Vroniplag Wiki ist von Plagiatsfundstellen auf 27 von 62 Seiten der Dissertation die Rede. Von der Leyen stritt die Vorwürfe ab. Sie selbst bat ihre frühere Hochschule im August um eine Überprüfung der Arbeit.

 

In der Vergangenheit sahen sich mehrere Politiker mit Plagiatsaffären konfrontiert. So trat zum Beispiel Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) 2011 kurz nach Entzug seines Doktortitels zurück.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich unmittelbar vor der Veröffentlichung des Entscheids in der Plagiatsaffäre um Ursula von der Leyen (beide CDU) hinter die Verteidigungsministerin gestellt. Auf die Frage, ob die Ministerin auch ohne Doktortitel noch das Vertrauen der Kanzlerin habe, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin: „Selbstverständlich. Die Ministerin ist eine hervorragende Verteidigungsministerin, was man gerade in diesen Tagen wieder beim Zustandekommen der Nato-Aktivitäten in der Ägäis gesehen hat.“

Die Uni Hannover hat die Doktorarbeit von der Leyens, die nur 62 Seiten umfasst, ein halbes Jahr geprüft. Der Abschlussbericht liegt nun vor. Nach den Regularien der Uni muss er zeitgleich mit der Hochschulleitung auch den Betroffenen zugeleitet werden. Das heißt, auch von der Leyen müsste ihn schon kennen.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 18:36 Uhr

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