US-Senat bestätigt Trumps Kandidatin : Trotz Foltervorwürfen: Gina Haspel ist neue CIA-Chefin

Gina Haspel ist die erste Frau an der Spitze der CIA.

Gina Haspel ist die erste Frau an der Spitze der CIA.

Der US-Senat hat der Nominierung der umstrittenen Kandidatin Gina Haspel als neuer CIA-Direktorin zugestimmt.

shz.de von
17. Mai 2018, 22:57 Uhr

Washington | Der US-Senat hat der Nominierung der umstrittenen Kandidatin Gina Haspel als neuer CIA-Direktorin zugestimmt. Haspel wird damit die erste Frau an der Spitze des Auslandsgeheimdienstes sein. Die 61 Jahre alte Haspel, die den weitaus größten Teil ihrer 33-jährigen Dienstzeit undercover verbracht hat, leitet den Geheimdienst bereits kommissarisch. Sie wird Mike Pompeo nachfolgen, der inzwischen Außenminister ist. Der Senat bestätigte sie am Donnerstag mit 54 zu 45 Stimmen.

Umstrittene Verhörmethoden

Haspels Nominierung durch US-Präsident Donald Trump war umstritten, weil sie als CIA-Agentin in der Zeit nach den Terroranschlägen im Jahr 2001 Verhörmethoden toleriert haben soll, die heute verboten sind und international als Folter betrachtet werden. Darunter fällt auch das sogenannte Waterboarding, ein simuliertes Ertränken von Gefangenen. Die Methoden waren während der Amtszeit von Präsident George W. Bush legal. Oft wurden Terrorverdächtige entführt und weltweit in Geheimgefängnissen („black sites“) verhört. Die Methoden wurden später von Präsident Barack Obama verboten.

Haspel schwört Folter ab

Haspel hatte in der Zeit Berichten zufolge ein CIA-Geheimgefängnis in Thailand geleitet, wo mehrere Häftlinge den sogenannten „erweiterten Verhörmethoden“ unterzogen worden waren. Unklar ist jedoch, welche Rolle Haspel selbst dabei gespielt hat. Im Senat erklärte Haspel, ähnliche Methoden wolle sie nicht wieder einführen, selbst wenn Trump sie dazu auffordern würde. „Ich glaube, die CIA muss ihre Aktivitäten im Einklang mit amerikanischen Werten durchführen“, sagte Haspel. Trump hat oft Sympathie für brutale Verhöre erkennen lassen. 

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