Angst vor Überfremdung : Treffen von AfD und Pegida – Terror befeuert Debatte

So mancher in der AfD sieht in den Pegida-Anhängern natürliche Verbündete. Inwieweit es auch mit den Organisatoren der islamkritischen Proteste Übereinstimmungen gibt, sollte ein Gespräch in Dresden klären.

shz.de von
08. Januar 2015, 07:44 Uhr

Dresden | Nach dem Versteckspiel um ein umstrittenes Treffen zwischen sächsischen AfD-Landtagsabgeordneten und den Organisatoren des islamkritischen Pegida-Bündnisses wollen beide Seiten an diesem Donnerstag Einzelheiten mitteilen. AfD-Landes- und Fraktionschefin Frauke Petry hatte am Mittwoch lediglich bestätigt, dass das ursprünglich für den Abend im Landtag vorgesehene Gespräch bereits früher und von der Öffentlichkeit unbemerkt andernorts stattgefunden habe. „Zum Warum und Wieso“ wolle sie sich erst am Donnerstag äußern, sagte Petry.

Für 11 Uhr ist eine Pressekonferenz geplant. Auch Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel kündigte eine Mitteilung ihres Bündnisses an. Vor dem Treffen hatte sie gesagt, dass mögliche Schnittmengen der Pegida mit der AfD ausgelotet werden sollten. Nach dem Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris sehen sich die selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) in ihren Befürchtungen bestätigt.

Für den nächsten „Abendspaziergang“ am kommenden Montag in Dresden forderten sie ihre Anhänger auf, Trauerflor für die zwölf Todesopfer zu tragen. „Die Islamisten, vor denen Pegida seit nunmehr zwölf Wochen warnt, haben heute in Frankreich gezeigt, dass sie eben nicht demokratiefähig sind, sondern auf Gewalt und Tod als Lösung setzen!“, hieß es am Mittwoch auf der Facebook-Seite der Bewegung.

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Auch der stellvertretende AfD-Bundes- und brandenburgische Landesvorsitzende Alexander Gauland interpretiert den Anschlag als Rechtfertigung für Pegida. „All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft.“

Gaulands Vorstandskollege und AfD-Europaabgeordneter Olaf Henkel warnte indes bei „Focus online“ davor, den Anschlag zu missbrauchen und damit die „Stimmung gegen Ausländer anzuheizen“. Er selbst würde sich nicht mit Pegida an einen Tisch setzen. Grundsätzlich sei es aber legitim, wenn die sächsische AfD die Pegida-Initiatoren kennenlernen wolle.

Bei den Demonstrationen des Bündnisses gehen seit Mitte Oktober immer montags Tausende in Dresden auf die Straße. Zuletzt waren dem Aufruf 18.000 Menschen gefolgt, um gegen eine angebliche Überfremdung und für eine Verschärfung des Asylrechts zu demonstrieren.

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