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Bundestagswahl 2017 : Torsten Albigs Wunsch: Sigmar Gabriel soll SPD-Kanzlerkandidat werden

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Bei einer Kandidatur von Martin Schulz sähe Albig Parallelen zur Nominierung von Peer Steinbrück.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2016 | 16:01 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig wünscht sich Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidaten der SPD. „Der Vorsitzende einer so stolzen Partei wie meiner ist dazu prädestiniert, seine Partei in den Wahlkampf zu führen“, sagte Albig der Deutschen Presse-Agentur. Gabriel sei dafür gut geeignet und gut vorbereitet. „Ich schätze auch Martin Schulz sehr und habe zu ihm eine außerordentlich gute Beziehung“, betonte Albig. „Aber der Umstand, als Präsident des EU-Parlaments sehr beliebt zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man nach einer Ernennung zum Kanzlerkandidaten noch genau so beliebt bleibt wie davor.“

Die SPD entscheidet am 29. Januar über ihren Kanzlerkandidaten. Sigmar Gabriel hat als Parteichef Vorrang. Doch es könnte auch jemand anderes werden. shz.de hat die Kandidaten bereits vorgestellt.

Bei der Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück vor der Bundestagswahl 2012 habe er wie alle Sozialdemokraten sehr schmerzhaft erfahren, wie schnell sich die Wahrnehmung einer Person in der Öffentlichkeit verändere. „Das würde bei Martin Schulz sehr wahrscheinlich nicht anders sein“, sagte Albig. „Sigmar Gabriel weiß exakt, in was für einem Stahlgewitter er steht und er erschreckt sich da nicht.“ Gabriel habe seine Stärken und seine Schwächen. „Er ist für den Kampf, der ein harter sein wird, gut gerüstet.“

Aus Albigs Sicht ist die Bundes-SPD politisch-inhaltlich in recht gutem Zustand. „Sie hat in fast allen wichtigen politischen Themen die Meinungsführerschaft eingenommen und in der Personalfrage des neuen Bundespräsidenten durch den Parteivorsitzenden großes Geschick bewiesen.“ Dies widerspiegele sich nur gar nicht in den Umfragewerten. „Das wird kein leichter Gang, daraus ein Ergebnis zu machen, das zu dem passt, was wir da abliefern“, sagte Albig. „Wir haben alle noch nicht die Antwort darauf gefunden, wie wir unsere Leistungen in ein Plus bei der Wahl umwandeln können - wie uns das in Ländern wie Hamburg und Rheinland-Pfalz gelungen ist und wie wir das hoffentlich auch in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen schaffen werden.“

Auf Bundesebene müsse es das Ziel der SPD sein, dass es keine Regierung ohne sie gibt, sagte der Kieler Ministerpräsident. „Ein Deutschland ohne Sozialdemokraten in der Regierung wäre ein schlechter geführtes Deutschland.“ Die SPD müsse mit Themen wie Frieden, Arbeitsmarkt, Gesundheitspolitik und Integration zeigen, dass es gesellschaftliche Fortschritte nur mit ihr gebe und nicht ohne sie.

„Wenn man die Diskussion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft sieht, muss man den Eindruck gewinnen, dass die Union in Teilen einen rechtspopulistischen Kurs fährt und sich damit einem gefährlichen Wettbewerber annähern will“, sagte Albig. „Mit wem gedenken die das denn nach einer Wahl umzusetzen? Am politischen Markt gibt es dafür nur einen und das ist die AfD.“ Es mache ihm große Sorge, wenn eine Volkspartei so nach rechts abdrifte und vielen Menschen, die in Deutschland friedlich, glücklich und geschätzt lebten, die doppelte Staatsbürgerschaft wieder wegnehmen wolle. „Was für eine törichte Debatte!“, sagte Albig. „Das wundert mich schon, wenn die Union so ein Thema mit so einer Wucht vorantreibt, am Ende auch gegen die Überzeugung der eigenen Kanzlerin.“

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