Gerichts-Urteil : Terrorverdächtiger wird zu zwei statt zehn Jahre Haft verurteilt

Statt geforderter zehn Jahre, wurde der 39-Jährige zu Zwei Jahren verurteilt.
Statt geforderter zehn Jahre, wurde der 39-Jährige zu Zwei Jahren verurteilt.

Der Angeklagte habe den IS nur betrügen wollen. Sein Verteidiger kündigte an, in Revision zu gehen.

shz.de von
11. August 2017, 13:21 Uhr

Saarbrücken | Es gab eine Überraschung beim Prozess gegen einen Terrorverdächtigen vor dem Landgericht Saarbrücken: Einem 39-jährigen Syrer wurde vorgeworfen, per Internetchat Kontakt zur Terrormiliz IS gesucht, um Geld für Attentate mit Autos und Sprengstoff in Deutschland und den Nachbarländern zu erhalten. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass es Anschlagspläne gab und forderte deshalb zehn Jahre Haft.

Dem Vorwurf widersprach der Angeklagte und sagte aus, er habe den IS lediglich um das Geld betrügen und nicht wirklich Anschläge begehen wollen.

Konkrete Hinweise auf Komplizen und Autos zum Ausführen der Pläne gab es nicht, auch war bei dem Mann nach seiner Verhaftung am 31. Dezember kein Sprengstoff gefunden worden. „Das Ergebnis der Beweisaufnahme war eindeutig, da hatte die Kammer nicht den geringsten Zweifel“, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Wagner. „Der Angeklagte war weder fähig noch willens, die angekündigten Anschläge durchzuführen.“ Der Verteidiger, der Freispruch gefordert hatte, kündigte an, in Revision zu gehen. Auch für den Oberstaatsanwalt liegt dies nach eigener Aussage „mehr als nahe“.

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