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Nach Anschlägen in Brüssel : Terrorverdacht: Behörden lassen Fayçal C. wieder frei

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Hinweise hätten sich nicht bestätigt. Damit dürfte er nicht der gesuchte dritte Terrorverdächtige vom Flughafen sein.

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2016 | 17:03 Uhr

Brüssel | Die belgischen Ermittler haben den zunächst unter Terrorverdacht verhafteten Fayçal C. wieder freigelassen. Die Hinweise, die zu seiner Festnahme führten, hätten sich nicht bestätigt, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Brüssel mit. Damit dürfte der Mann nicht der gesuchte dritte Terrorverdächtige vom Brüsseler Flughafen sein.

Die Terroranschläge in Brüssel am 22. März haben die Menschen erschüttert. Viele haben Angst, dass es bald wieder zu einem Anschlag kommen könnte. Die belgischen Behörden haben die Terrorwarnstufe allerdings wieder von 4 auf 3 gesenkt.

Die Beschreibung des auf den Bildern einer Überwachungskamera zu sehenden mutmaßlichen dritten Täters auf der Internetseite der Polizei wurde am Montag um ein Video ergänzt. Auf den Fahndungsbildern ist der Verdächtige gemeinsam mit den beiden späteren Selbstmordattentätern zu sehen, die als Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui identifiziert wurden. Der gesuchte Dritte steht auf dem Bild rechts. Er schiebt einen Gepäckwagen und trägt einen helle Jacke und eine dunkle Mütze.

Zwischenzeitlich hatten belgische Medien gemeldet, dass der dritte Gesuchte gefasst sei und geschrieben, es handele sich um den am Freitag festgenommenen Fayçal C.. Gegen ihn war wegen des Verdachts auf Beteiligung an terroristischen Morden im Zuge der Ermittlungen nach den Brüsseler Anschlägen Haftbefehl erlassen worden.

Zu den Anschlägen am Dienstag am Flughafen und in einer U-Bahn hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Es gab dabei auch 340 Verletzte. Dass erst am Montag weitere Todesopfer bekannt gegeben wurden, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ine Van Wymersch, mit unterschiedlichen Zuständigkeiten der Behörden und Verzögerungen im Informationsfluss. Ihren neuen Angaben zufolge wurden 31 Menschen am Dienstag am Flughafen oder in der U-Bahn getötet, vier weitere starben später im Krankenhaus.

Die drei am Montag in Haft genommenen Terrorverdächtigen waren tags zuvor festgenommen worden und sollen einer terroristischen Vereinigung angehören. Ein vierter Mann bleib nur vorübergehend in Polizeigewahrsam und kam wieder frei. Am Sonntag hatte es insgesamt 13 Anti-Terror-Razzien gegeben, die meisten im Großraum Brüssel. Eine Verbindung zu den Attentaten vom Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft aber nicht herstellt.

Nach den Anschlägen geraten europaweit immer mehr Verdächtige ins Visier der Ermittler. Am Sonntag nahm eine niederländische Anti-Terror-Einheit in Rotterdam einen 32-jährigen Franzosen fest. Er wird von der französischen Justiz verdächtigt, an der Vorbereitung eines Anschlags in Frankreich beteiligt zu sein, wie die Staatsanwaltschaft Rotterdam mitteilte. Bei der Razzia wurden auch drei weitere Personen festgenommen.

Die Randale Hunderter teils rechtsradikaler Hooligans am Sonntag auf dem Brüsseler Börsenplatz entfachte in Belgien einen politischen Streit. Etwa 400 Hooligans hatten eine friedliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der Terroranschläge gestört. Bürgermeister Yvan Mayeur erhob im Sender RTL Vorwürfe. Die Sicherheitsbehörden hätten ihn am Vortag vor „400 Verrückten“ gewarnt, die nach Brüssel kommen wollten.

Er beschwerte sich, dass die Polizei des Ortes Vilvoorde nördlich von Brüssel die Hooligans nicht aufgehalten habe. Über Vilvoorde war der Großteil der Unruhestifter überwiegend aus Antwerpen angereist.

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