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Anschlag auf Kulturcafé und Synagoge : Terrorprozess in Kopenhagen: Angeklagte bestreiten Vorwürfe

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Der Attentäter von Kopenhagen ist tot. Vor Gericht stehen vier seiner Freunde, die ihm Munition beschafft haben sollen.

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2016 | 16:54 Uhr

Kopenhagen | Rund ein Jahr nach dem Anschlag auf eine Synagoge in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen haben vier Männer vor Gericht bestritten, den Attentäter unterstützt zu haben. Zwei der Angeklagten zwischen 20 und 31 Jahren gaben zum Prozessauftakt am Donnerstag lediglich andere Vergehen zu.

Die Anschläge vom Februar 2015 setzten das Land unter Schock. Dänemark sieht sich weiter im Visier terroristischer Planungen. Im Januar wurde eine 15-jährige Islam-Konvertitin verhaftet. Sie soll sich Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff besorgt haben, mit dem sie einen Anschlag auf eine jüdische Privatschule plante.

Bei dem Terrorangriff in der Nacht zum 15. Februar 2015 hatte der 22-jährige Omar El-Hussein einen jüdischen Wachmann getötet und mehrere Polizisten verletzt. Zuvor erschoss er am Nachmittag bei einem Anschlag auf ein Kulturcafé einen Filmemacher. Die Polizei hatte den Attentäter nach stundenlanger Suche am Morgen des 15. Februar erschossen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Angeklagten vor, den Attentäter unter anderem mit Munition ausgestattet und eine Tatwaffe versteckt zu haben. Die Anklage hält die Männer deshalb für mitverantwortlich an der zweiten Terrortat.

Das Quartett räumte am Donnerstag lediglich ein, in der Untersuchungshaft Handys bei sich gehabt zu haben. Der 31-Jährige erklärte zudem, Munition besessen zu haben.

Für die Verhandlung gegen seine mutmaßlichen Helfer sind 30 Tage angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft ist  davon überzeugt, dass El-Husseins Freunde ihm zwischen den beiden Anschlägen einen Kapuzenpullover, eine Schultertasche und Munition überließen. Damit hätten sie ihn indirekt zu der zweiten Tat ermuntert. Außerdem bezahlten sie dem 22-Jährigen laut Anklage vor dem Angriff auf die Synagoge die Nutzung eines Computers in einem Internetcafé.

Seinen Angriff auf das Kulturcafé plante El-Hussein dagegen nach Einschätzung der Anklage eigenständig zwei Tage vor der Tat. Indem er im Internet recherchierte, bereitete er sich demnach auf den Anschlag vor. So seien drei IP-Adressen, die auch für den Zugriff auf El-Husseins Facebook-Profil genutzt wurden, für die Recherche über die Diskussionsveranstaltung mit dem Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks in dem Café verwendet worden, hieß es im Gericht der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zufolge. Mit einem Computer, der in El-Husseins Wohnung gefunden wurde, sei auf Vilks Webseite zugegriffen worden.

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