zur Navigation springen

Anschlag in Frankreich : Terrorermittlungen nach Autoattacke auf Pariser Champs-Élysées

vom

Wieder gibt es in Frankreich einen Anschlag auf Sicherheitskräfte. Der Täter stirbt, die Gendarmen bleiben unverletzt.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 19:30 Uhr

Paris | Nach dem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf Polizisten auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Élysées haben Ermittler vier Angehörige des Angreifers in Gewahrsam genommen. Dies wurde am Dienstag aus Justizkreisen bekannt und ist ein übliches Vorgehen bei Terror-Ermittlungen. Der Mann, der den Behörden als mutmaßlicher Islamist bekannt war, hatte am Montag mit seinem Auto einen Kleinbus der Gendarmerie gerammt. Sein Wagen ging anschließend in Flammen auf, Innenminister Gérard Collomb sprach von einem versuchten Anschlag. Der Angreifer starb bei der Attacke, sonst wurde niemand verletzt. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Champs-Élysées sind eine beliebte Touristenmeile mit vielen Geschäften. Erst am Sonntag hatten die Franzosen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ihr neues Parlament gewählt.

Der 31-Jährige sei den Sicherheitsbehörden bekanntgewesen, berichtete der Sender BFMTV. Innenminister Collomb sprach an Ort und Stelle von einem „versuchten Anschlag“. In dem Auto seien Waffen und Explosivstoffe gefunden worden. Nach Medienberichten hatte der Mann mindestens eine Gasflasche, ein Kalaschnikow-Gewehr sowie Faustfeuerwaffen in dem Fahrzeug dabei.

Der Bereich wurde großräumig abgesperrt, es kam zu einem Verkehrschaos. Ein bekanntes Ausstellungsgebäude, das Grand Palais, wurde laut Medienberichten geschlossen.

Paris
Polizisten blockieren die Zufahrt zu den Champs-Elysees in Paris. Foto: Bertrand Combaldieu
 

Fernsehbilder zeigten, wie das Auto des Angreifers unmittelbar nach dem Zusammenprall in Flammen aufging. Zu sehen war, wie die Gendarmen sofort zu dem brennenden Wagen liefen, um die gelblichen Flammen zu ersticken. Die Gendarmen hätten den Mann aus seinem Auto herausgeholt, berichtete eine Polizeisprecherin. Sprengstoffexperten waren zur Stelle.

In Frankreich häufen sich die Attacken auf Sicherheitskräfte. Erst im April hatte ein 39 Jahre alter Gewalttäter auf den Champs-Élysées Polizisten angegriffen und den Beamten Xavier Jugelé getötet. Anfang des Monats war ein radikalisierter 40-Jähriger vor der weltbekannten Kathedrale Notre-Dame mit einem Hammer auf Polizisten losgegangen.

Collomb sagte mit Blick auf den neuen Angriff auf den Champs-Élysées, der Angriff habe den Sicherheitskräften gegolten. Das Maß der Bedrohung im Land sei „extrem hoch“.

Er erinnerte daran, dass die Regierung am Mittwoch ein Gesetz vorlegen will, um den terrorbedingten Ausnahmezustand bis Anfang November zu verlängern. Darüber hinaus gibt es ein neues Sicherheitsgesetz. Frankreich wird seit zweieinhalb von einer beispiellosen islamistischen Terrorwelle erschüttert. Fast 240 unschuldige Menschen wurden dabei aus dem Leben gerissen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen