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Anschläge und tote Geiseln : Terror: Wie die Welt den Islamischen Staat (IS) bekämpfen will

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Die Anschläge in Paris, der Airbus-Absturz über Ägypten, eine tote chinesische Geisel: Der Islamische Staat bringt die Großmächte gegen sich auf. shz.de mit einer Übersicht, wie sie gegen den IS vorgehen wollen.

Die Bilder der Anschläge in Paris gingen um die Welt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zeigt sich für den Terror in Frankreichs Hauptstadt verantwortlich. Und nicht nur dafür: In der vergangenen Woche hat der IS außerdem verkündet, eine Geisel aus China getötet und die russische Passagiermaschine über Ägypten zum Absturz gebracht zu haben.

Der IS bringt die Welt gegen sich auf - und die scheint umso entschlossener, gemeinsam gegen den IS anzugehen. Bereits im September 2014 wurde eine „Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat“ gebildet. Die Gründungsmitglieder waren neben den Vereinigten Staaten unter anderem Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark, Kanada und die Türkei. Laut US-Angaben beteiligen sich rund 40 Länder an den verschiedenen Einsätzen.

Nun soll der Einsatz verstärkt werden: In dieser Woche trifft sich der französische Präsident François Hollande mit den Außenministern, um ein breites Bündnis gegen den IS zu schmieden. Doch wie ist überhaupt die aktuelle Lage, wer geht wie gegen den IS vor? shz.de mit einer Übersicht über einige Gruppen und Länder, die gegen den IS kämpfen.

Frankreich

 

Bereits seit September 2014 fliegt Frankreich Luftangriffe gegen den IS, vor allem im Irak. Den ersten Einsatz in Syrien flog die französische Luftwaffe Ende September 2015. Einige Tage nach den Anschlägen in Paris am 13. November hat Frankreich seinen Einsatz verstärkt und mehrere Bomben über Rakka, der Hochburg des IS, abgeworfen. Das waren die bislang schwersten Angriffe Frankreichs auf Ziele in Syrien gegen den IS. Frankreich vermutet, dass die Anschläge in Paris von Syrien aus geplant wurden.

Deutschland

 

Deutschland unterstützt den Irak im Kampf gegen den IS. Die Bundesrepublik liefert den Kurden im Nordirak, die gegen den IS kämpfen, Waffen und andere Militärausrüstung. Das deutsche Engagement findet im Rahmen der internationalen Allianz gegen den Terror statt, die militärische und humanitäre Hilfe im Kampf gegen ISIS leistet, heißt es auf der Website der Bundesregierung. Außerdem geht Deutschland im eigenen Land gegen den IS vor: Seit 2014 ist die Organisation hierzulande verboten.

Großbritannien

 

Seit 2014 beteiligen sich die Briten mit Luftschlägen am Kampf gegen den IS größtenteils im Irak, nach den jüngsten Terrorangriffen drängt der britische Premierminister David Cameron verstärkt auf eine Ausweitung britischer Luftangriffe auf IS-Stellungen auch in Syrien. Cameron will in Kürze eine umfassende Strategie zur Bekämpfung des IS vorlegen.

Dänemark

Nach seiner Ernennung zum Verteidigungsminister spricht Peter Christensen zur Presse.
Der dänische Verteidigungsminister Peter Christensen Foto: dpa
 

Dänemark will sich nach den Anschlägen von Paris so schnell wie möglich wieder am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen. Die dänischen F-16-Kampfjets waren wegen technischer Mängel im Oktober aus dem Irak zurückgerufen worden, von wo aus sie unter anderem Stellungen der Terrormiliz bombardiert hatten. Ob sie auch in Syrien eingesetzt werden können, werde erst entschieden, wenn die Maschinen wieder startklar seien.

USA

 

Die USA führen die „Internationale Allianz gegen den Islamischen Staat“ an, deren Ziel es ist, den Vormarsch des IS im Irak und in Syrien zu bekämpfen. Die USA als mächtigste Militärmacht der Welt greifen sowohl in Syrien als auch im Irak ein – wie zum Beispiel Kanada, Jordanien und Marokko. Andere Länder der Allianz beschränken sich bei ihren Angriffen auf eines der Länder: So intervenieren ausschließlich in Syrien unter anderem Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, Deutschland und Norwegen ausschließlich im Irak. Die arabischen Staaten sind vom IS bedroht, dessen „Kalifat“ einen Anspruch auf Herrschaft über alle Muslime erhebt. Die USA bilden zudem syrische Rebellen für den Kampf gegen den IS aus.

Russland

 

Russland bekämpft den IS - und steht selbst auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 führt Russland Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Seit dem Anschlag auf die Passagiermaschine über Ägypten, zu dem sich der IS bekannt hat, hat Russland seine Angriffe noch einmal verstärkt.

Irak

 

Sowohl im Irak als auch in Syrien bekämpfen einheimische Milizen den IS. Im Irak sind das beispielsweise die irakische Armee und irakisch-kurdische Milizen, wie Spiegel Online zusammenfasst. Unterstützt wird Iraks Armee von schiitischen Milizen, die mit dem Iran verbunden sind. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) versucht, den IS im Irak und Syrien zu bekämpfen.

Syrien

 

Der Islamische Staat (IS) kontrollierte im Mai 2015 mehr als die Hälfte des syrischen Staatsgebiets. Die syrische Armee bekämpft den IS zwar, richtet aber die meisten ihrer Angriffe gegen andere Rebellen im Land. Wie im Irak kämpfen auch in Syrien viele verschiedene Gruppen gegen den IS. Mit dabei sind Assad-treue Milizen und solche, die Assad kritisch gegenüberstehen.

China

 

Mit der Ermordung der chinesischen Geisel hat der IS auch China gegen sich aufgebracht. Präsident Xi Jinping will die Kriminellen zur Rechenschaft ziehen. Die chinesische Regierung gehe entschlossen gegen alle Formen von Terrorismus oder kriminellen Aktivitäten vor, die die „menschliche Zivilisation herausfordern“.

Türkei

 

Die Türkei ist ebenfalls Teil der „Internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat“. Im August 2015 ist sie erstmals Lufteinsätze gegen den IS in Syrien geflogen – Kampfflugzeuge hatten Stellungen des IS in Syrien bombardiert. Zudem dürfen die USA jetzt den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik nutzen. Die Türkei will zugleich den Sturz des Assad-Regimes.

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erstellt am 24.Nov.2015 | 17:25 Uhr

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