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Politik

22. August 2017 | 00:09 Uhr

Tage wie diese

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bestimmt ist es kein Zufall, dass sich mit Beginn der dunklen Jahreszeit die Jubiläen und Jahrestage häufen. Im Sommer locken Berge, Meer und Strand, da will selbst der vom Aussterben bedrohte Bildungsbürger nicht ständig mit Geburts- und Todestagen sowie großen Schlachten belästigt werden. Nun aber gibt es kein Entrinnen mehr. Ein Gedenktag jagt den nächsten. Und wer mitreden will, muss Ratgeber in Griffnähe halten.

Den meisten Lärm verursacht die Völkerschlacht von Leipzig. Sie wird am Ort des Gemetzels sogar mit 6000 Komparsen und einem Pariser Rechtsanwalt in der Rolle Napoleons nachgestellt. Wie er im Interview sagte, ist er sehr gespannt, wie der Kampf 200 Jahre nach dem Original ausgeht. Damals bekanntlich katastrophal für den kleinen Imperator und seine Grande Nation. Weniger spektakulär, aber ebenso heftig gefeiert werden die Geburtstage von Geistesgrößen. Georg Büchner (200), Albert Camus (100), Prinz Eugen (350). In den Würdigungen erfährt die Nachwelt Details, die bisher nur Eingeweihten bekannt waren. Dass der leider schon mit 23 Jahren verschiedene Büchner Autor des Woyzeck ist, weiß jeder Kreuzworträtsel-Fan. Aber wem ist bekannt, dass er eine Doktorarbeit über das Nervensystem der Karpfen verfasst hat?

Und Camus, Nobelpreisträger und Star-Intellektueller, ist nicht zuletzt deshalb berühmt geblieben, weil sein Leben im Sportwagen am Stamm einer Platane endete. Der edle Ritter Prinz Eugen schließlich wird geehrt, weil er als genialer Feldherr Europa vor den Türken gerettet hat. Der Führer dankte es ihm, indem er 1938 in Kiel einen schweren Kreuzer auf seinen Namen taufte.

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erstellt am 18.Okt.2013 | 00:31 Uhr

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