Tabakschnupfer-WM: Auch Frauen traten an

Verena Bayr (l.) hatte jeden Freitag mit Freundinnen trainiert, um an der Tabakschnupfer-WM teilzunehmen.
Verena Bayr (l.) hatte jeden Freitag mit Freundinnen trainiert, um an der Tabakschnupfer-WM teilzunehmen.

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20. Juli 2014, 18:27 Uhr

Show-Down in Oberbayern: „Schnupfer fertigmachen, Dose öffnen, los!“ – so tönt es am Sonnabend aus den Lautsprechern im beschaulichen Örtchen Berg im Gau. Und damit beginnt in Oberbayern die 19. Schnupf-Weltmeisterschaft. 325 Tabakschnupfer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar aus den USA ziehen sich ordentlich Schnupftabak – oder Schmai, wie die Bayern sagen – in die Nase. Jeder Teilnehmer hat eine Minute Zeit, um sich fünf Gramm Tabak in die Nase zu stopfen, ein gewaltiger Haufen. Die Schiedsrichter stehen nur wenige Zentimeter neben den Spielern und beobachten genau, ob die Spielregeln eingehalten werden: Denn wer niest oder den Tabak nicht nur in der Nase verschwinden lässt, wird sofort disqualifiziert. „Als Hilfsmittel darf nur ein langer Fingernagel oder ein ähnlicher Aufsatz auf dem Finger herangezogen werden“, erklärt Organisator Christian Knauer, selbst einer der großen Favoriten der Tabak-Schnupferszene.

Schon ein Tausendstel Gramm kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Und so pinseln am Ende die Schiedsrichter sogar die Hände der Teilnehmer ab und kehren sämtliche Reste zurück in die Tabakdose, um penibel genau alle Reste in der Wertung zu berücksichtigen. In diesem Jahr bekommen die Lokalmatadore eine große Konkurrenz aus den eigenen Reihen: Über 80 Frauen fordern heuer die Männer heraus – so viel wie niemals zuvor in der Schnupf-Geschichte. So will auch Verena Bayr in diesem Jahr ihr Glück als Schnupferin versuchen. Jeden Freitagabend hat die 26-Jährige mit ihren Freundinnen trainiert, um den bisher männerdominierten Wettbewerb aufzumischen.

Kurz vor Mitternacht wird das offizielle Wiegen der Schnupfdöschen beendet und der Sieger bekanntgegeben: Den Pokal räumt Organisator Knauer gleich selbst ab, mit 4,988 Gramm hatte er die Nase am vollsten. Bei den Frauen siegt Belinda Winkler: 4,936 Gramm Tabak hatte sie in ihrer Nase. „Die Frauen sind echte Konkurrenten beim Schnupfen“, meint ein Mann, „wir müssen wirklich aufpassen“.

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