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Kosmonaut Mohammed Ahmed Faris : Syrischer Nationalheld lebt als Flüchtling in der Türkei

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Nach ihm sind Flughäfen und Straßen in seiner Heimat benannt. Jetzt lebt Mohammed Faris mit fünf anderen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 16:15 Uhr

Vor dem Bürgerkrieg in Syrien sind Tausende Menschen auf der Flucht. Die Gewalt macht auch vor berühmten Söhnen und Töchtern des Landes nicht halt. Einer von ihnen ist der erste und bisher einzige Kosmonaut Syriens, Muhammed Faris, dessen Geschichte die englischsprachige Ausgabe der Hürriyet aufgeschrieben hat.

Seit 2011 tobt der Bürgerkrieg in Syrien. 11,6 Millionen Syrer sind aktuell auf der Flucht.

Der Lufwaffen-General Muhammed Faris ist in Syrien ein Held, seit er als erster syrischer Kosmonaut 1987 ins All flog. Als er wiederkam, bekam er vom Präsidenten eine Medaille verliehen. Flughäfen und Straßen sind dort nach ihm benannt.

Viele Jahre hat er an der Uni gelehrt, dann ging er 2004 zurück zur Armee. 2012 schließlich hat er seine Heimat Aleppo mit seiner Familie verlassen. „Anstatt als Held zu leben, während mein Volk leidet, habe ich es vorgezogen, unter härteren Bedinungen im Exil zu leben - in Würde“, erzählt Faris Hürriyet Daily News.

Mehr und mehr hat sich Faris vom aktuellen syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad abgewendet und sich der Opposition in Syrien angeschlossen. Als der Bürgerkrieg begann, habe er gemerkt, dass auch ihn eine Kugel treffen könnte - und er entschied sich, in die Türkei zu fliehen. Faris überquerte die türkische Grenze zu Fuß. Jetzt lebt er mit seiner Familie in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. „Warum sollte ich noch in meinem Heimatland leben wollen?“, fragt er. „Das letzte Mal, dass ich dort war, lag Syrien in Trümmern.“

Er sei dankbar, dort leben zu können, und er freut sich darüber, dass die Türken die Syrer willkommen geheißen hätten. Dennoch: In seinen Erzählungen scheint durch, dass das syrische Volk in der Türkei trotz allem mit Vorurteilen zu kämpfen habe. „Es sollten nicht alle Syrer als Bettler und Diebe gesehen werden“, sagt Faris. Sie möchten arbeiten und ihr Geld verdienen - und letztlich könne die Türkei von gut ausgebildeten syrischen Wissenschaftlern und Geschäftsleuten profitieren.

Muhammed Faris war im Jahr 1987 insgesamt 7 Tage, 23 Stunden und acht Minuten im All. Unterwegs war er mit dem Raumschiff „Soyuz TM-3“.

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