Syrische Luftschläge gegen Isis-Truppen – Israel bietet Hilfe an

shz.de von
26. Juni 2014, 15:34 Uhr

Iraks Regierungschef Nuri al-Maliki hat laut einem BBC-Bericht syrische Luftschläge gegen extremistische Isis-Milizen auf irakischem Boden bestätigt. Der Sender berichtete gestern, Al-Maliki habe der BBC gesagt, syrische Kampfjets hätten Isis-Stellungen in der Grenzstadt Al-Kaim bombardiert. Der Irak habe zwar nicht um die Luftschläge gebeten, heiße aber solche Angriffe auf Isis-Kämpfer willkommen, sagte Al-Maliki demnach. Die syrische Regierung hatte am Mittwoch Berichte über Luftschläge im Irak zurückgewiesen. Diese Meldungen seien falsch und entbehrten jeder Grundlage, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Einheiten der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) hatten Al-Kaim vor einigen Tagen eingenommen.

Unterdessen erklärte die israelische Regierung, sie wolle nach ihrer Einschätzung gemäßigte arabische Länder beim Kampf gegen radikalislamistische Dschihadisten unterstützen. Extremisten, die derzeit im Irak operierten, versuchten die gesamte Golfregion zu destabilisieren, vor allem Kuwait, wurde Israels Außenminister Avigdor Lieberman nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen John Kerry gestern in Paris in einer Erklärung der israelischen Seite zitiert. Israel könne effektive und zuverlässige Unterstützung anbieten. Einzelheiten dazu gab es nicht. Nach Ansicht Liebermans existiert aktuell eine Grundlage für die Schaffung einer neuen diplomatischen und politischen Architektur im Nahen Osten. Es sei wichtig, dass die Länder der Region gemeinsam Front gegen die Bedrohung machten, sagte Lieberman mit Blick auf den Irak.

Im Irak selbst wächst indes nach der Absage Al-Malikis an eine Einheitsregierung auch unter den Schiiten des Landes der Widerstand gegen den Regierungschef. Die Erklärung des Schiiten Al-Maliki erinnere an die Reden des früheren Diktators Saddam Hussein, sagte der führende schiitische Abgeordnete Amir al-Kanani. Al-Maliki sei weit entfernt von dem, was derzeit im Irak geschehe. Al-Kanani gehört der Bewegung des radikalen Schiitenführers Muktada al-Sadr an. Al-Maliki hatte am Mittwoch trotz des Vormarsches der extremistischen Isis-Rebellen eine „Regierung der nationalen Rettung“ abgelehnt und sie als „Putsch gegen die Verfassung“ bezeichnet.

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