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Unterstützung durch Russland : Syriens Armee startet Bodenoffensive gegen Rebellen

vom

Die Kämpfe sind die heftigsten seit Monaten. Russland unterstützt die syrische Armee aus der Luft.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 14:20 Uhr

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben mit russischer Luftunterstützung im Nordwesten des Landes eine Bodenoperation gegen Rebellen begonnen. Die Kämpfe nördlich der Stadt Hama seien die heftigsten seit Monaten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

Seit 2011 fordern syrische Rebellen den Sturz der Regierung unter Präsident Baschar al-Assad. Die Protestbewegung formierte sich nach dem Vorbild des Arabischen Frühlings in mehreren nordafrikanischen Ländern. In Syrien gehen die Sicherheitskräfte mit großer Härte gegen die Opposition vor. Viele Menschen werden verhaftet, gefoltert, getötet. Rund zehn Millionen Menschen sind mittlerweile auf der Flucht. Die radikalislamistische Terrororgansiation „Islamischer Staat“ nutzte den Konflikt, um immer weiter in das Land vorzudringen: Nach Angaben der Landeszentrale für Politische Bildung haben die Terroristen etwa die Hälfte der Fläche Syriens im Norden und Osten unter ihre Kontrolle gebracht.

Das angegriffene Gebiet steht unter Kontrolle verschiedener moderater und radikaler Rebellen. Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah für eine Bodenoffensive der Armee nach Syrien verlegt worden seien.

Unterdessen hat sich das russische Militär bereit erklärt, mit den USA über eine engere Abstimmung bei Luftangriffen in Syrien zu sprechen. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Moskau. Die Äußerungen ließen aber offen, wie weit die Absprachen gehen sollen. Bislang gibt es zwischen Russen und Amerikanern nur Kontakte auf unterer Ebene, um Zwischenfälle bei den Einsätzen in Syrien zu vermeiden.

Die Strategie beider Seiten ist verschieden. Die Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten sollen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) treffen. Russland will mit seinen Angriffen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stützen. Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September Angriffe in Syrien. „Im russischen Verteidigungsministerium hat man auf die Bitte des Pentagons reagiert und rasch die Vorschläge der Amerikaner für eine Koordination des Vorgehens im Rahmen des Kampfes gegen die Terrorgruppe IS geprüft“, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow nach Angaben russischer Agenturen. „Insgesamt könnten diese Vorschläge akzeptiert werden.“ Technische Details sollten noch am Mittwoch auf Expertenebene geklärt werden.

Russland hat derweil erstmals von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer aus Ziele im Bürgerkriegsland Syrien angegriffen. Mehrere Kreuzer hätten 11 Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit 26 Raketen bombardiert, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch. Die Raketen überwanden eine Strecke von 1500 Kilometern. Zivilisten seien dabei nicht getötet worden, sagte er bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin in Sotschi.

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