Sturm legt Teile Nord-Europas lahm

Bahngleise blockiert: Tausende Reisende betroffen / 100 000 Schotten ohne Strom

shz.de von
09. Januar 2015, 13:03 Uhr

Heftige Orkanböen haben in Deutschland erhebliche Schäden angerichtet und mehrere Menschen verletzt. Umgestürzte Bäume blockierten gestern Nachmittag drei Hauptrouten der Bahn – Tausende Reisende waren betroffen. Die Fernverkehrsstrecken Hamburg-Hannover, Hamburg-Berlin und Hamburg-Bremen waren gesperrt, so die Bahn. Damit war auch die ICE-Linie über Kassel nach Frankfurt und München unterbrochen. Am Abend waren die Strecken wieder frei.

Auch Mitteldeutschland war betroffen. So registrierte der Wetterdienst auf dem Brocken im Harz Windgeschwindigkeiten von bis zu 163 km/h. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden zwei Schulen nach Dachschäden evakuiert. Auf zahlreichen Autobahnen kam es zu wetterbedingten Unfällen. Auch Bayern und Nordrhein-Westfalen wappnete sich für ein Sturmwochenende. In Köln wurde die Domplatte abgeriegelt, um Passanten vor fallenden Steinen zu schützen.

Bevor Sturmtief Elon gestern Norddeutschland erreichte, hatte es bereits in Schottland schwere Schäden hinterlassen. Zeitweise waren dort 100  000 Menschen ohne Strom. Alle Schulen auf den Inseln vor der West- und Nordküste blieben geschlossen. Auf der Insel Stornoway wurden Böen mit einer Geschwindigkeit von 181 Stundenkilometern gemessen – Rekord seit Beginn der Sturmaufzeichnungen. In England und Wales erreichten die Windgeschwindigkeiten zwischen 100 und 120 Stundenkilometern.

Elon sorgte auch für im südlichen Dänemark für Unruhe. „Land unter“ hieß es zum Beispiel an den Stränden vor Lakolk auf der Insel Röm. In Hadersleben fiel in einigen Bereichen offensichtlich nach Blitzeinschlägen der Strom aus. Größere Schäden wurden bis zum Abend nicht bekannt.

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