Angebliche Affäre : Stürmische Zeiten für Donald Trump

Stormy Daniels

In einem Interview mit dem Fernsehsender CBS bestätigte Stormy Daniels ihre Affäre mit Trump.

Stormy Daniels sagt, jemand habe versucht sie einzuschüchtern, öffentlich über ihre Affäre mit Donald Trump zu sprechen.

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26. März 2018, 19:51 Uhr

Washington | Das Weiße Haus verrät nicht, ob der Präsident das zur besten Sendezeit am Sonntagabend ausgestrahlte Interview gesehen hat. Donald Trump erwähnte es auch nicht in seinem morgendlichen Twitter-Sturm. Und gewiss saß Ehefrau Melania nicht neben ihm. Die Frist Lady zog es vor, in der Strandvilla von „Mar-a-Lago“ zu bleiben.    

Gewiss hätte Melania zu den saftigen Details des Pornostars ein paar unangenehme Fragen an den Präsidenten gehabt. Demnach bestätigte Stormy Daniels, die in ihrem bürgerlichen Leben Stephanie Clifford heißt, in dem Fernsehinterview auf CBS ihre Affäre mit Trump.

Sex beim ersten Treffen

Laut Clifford hatte sie den Reality-TV-Star 2006 bei einem Golf-Turnier in Lake Tahoe in Kalifornien kennengelernt. Trump habe sie zum Abendessen auf seine Suite eingeladen. Er habe zunächst nur über sich selber gesprochen und ihr ein Magazin mit ihm auf dem Titel gezeigt. „Jemand sollte das Magazin nehmen und Dich versohlen“, habe sie Trump gesagt. Sie habe ihn aufgefordert, seine Hose fallen zu lassen und ihm dann „ein paar Klapse“ gegeben. Später sei die Begegnung im Bett geendet. Sie habe keinen Sex mit Trump haben wollen, sei aber auch nicht dagegen gewesen.

Auf ihre Frage, was Melania wohl dazu dächte, die mit Trumps neu geborenem Sohn Barron zu Hause saß, habe er gesagt: „Mach Dir keine Sorgen. Wir haben getrennte Zimmer und Sachen.“ Danach habe sie Trump noch einmal in dessen Wohnung von „Beverly Hills“ in Los Angeles besucht. Statt über einen möglichen Auftritt Cliffords in seiner Show „The Apprentice“ zu sprechen, habe er sie eingeladen, eine Dokumentation über Hai-Angriffe zu sehen. Als er später versuchte, Sex mit ihr zu haben, sei sie gegangen. Seitdem habe sie Trump nie wieder gesehen.

Einschüchterungsversuche gegen Stormy

Doch die Geschichte endete nicht dort, sondern hatte ein Nachspiel, das dem Präsidenten und dessen Privatanwalt Michael Cohen rechtlich nun gefährlich werden könnte. Dabei geht es um den Vorwurf einer Reihe an Einschüchterungsversuchen und Verstößen gegen Wahlgesetze. 

Der erste Vorfall soll sich 2011 auf einem Parkplatz vor ihrem Fitness-Studio in Las Vegas ereignet haben. „Ein Kerl kam auf mich zu und sagte, 'lass Trump in Ruhe. Vergiss die Geschichte'.“ Daraufhin habe der Fremde ihr Baby angeschaut und eine unverhüllte Drohung formuliert. „Das ist ein hübsches kleines Mädchen. Es wäre eine Schande, wenn ihrer Mutter etwas passierte.“

Schweigegeld für Stormy

Die Drohung und eine rechtliche Intervention Cohens habe die Veröffentlichung eines Interview mit dem Boulevard-Magazin „InTouch“ verhindert, in dem Clifford über die mutmaßliche Affäre mit dem Reality-TV-Star auspackte. Auf dem Höhepunkt des Präsidentschaftswahlkampfes, als Trump wegen seiner Affären und sexistischen Äußerungen massiv unter Druck stand, folgte dann eine Schweigegeld-Vereinbarung über 130.000 US-Dollar.     

Diese Zahlung bereitet Cohen nun Probleme mit der Wahlaufsichtsbehörde (FEC). Die Zahlung könnte nach Einschätzung des ehemaligen Chefs der Behörde, Trevor Potter, als unlautere Wahlspende kategorisiert werden.

Trump seinerseits muss sich neben den Vorwürfen Stormy Daniel's auch gegen die des Playboy-Models Karen McDougal erwehren. Die Frau berichtet vergangene Woche in einem CNN-Interview über eine Affäre mit dem Baumagnaten zur selben Zeit. Im Unterschied zu Stormy Daniels, die auf einen Auftritt bei „The Apprentice“ hoffte, sagt das Playmate, sie habe Trump geliebt.

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