Stückwerk ohne Zukunft

thomas habicht

shz.de von
03. April 2014, 13:45 Uhr

Mit dem Rentenpaket begibt sich die große Koalition auf eine demografische Geisterfahrt. Die Mütterrente gleicht Benachteiligungen zwar teilweise aus, ist aber unsolide finanziert. Sobald die Ersparnisse der Rentenkassen aufgebraucht sind, drohen Beitrags- oder Steuererhöhungen. Spätestens die nächste Regierung muss eingreifen. Im Gegensatz zur Mütterrente ist die vorgezogene Rente ab 63 zunächst weniger kostspielig. Volkswirtschaftlich ist sie jedoch mindestens so schädlich. In den nächsten Jahrzehnten müssen ältere Mitarbeiter länger im Beruf gehalten werden. Viele Betriebe planen im Kampf gegen Fachkräftemangel neue Formen der Arbeitsorganisation. Das wird durch falsche Anreize zur Frühverrentung behindert. Das Rentenpaket bestätigt die Erfahrung, dass große Koalitionen keine große Politik machen. Hoffentlich führen die parlamentarischen Beratungen zu kräftigen Korrekturen.

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