„Asozialer Marokkaner“ gegen „Nazi-Bitch“ : Streit zwischen Alice Weidel und Farid Bang eskaliert

<p>Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, wird im neuen Song von Rapper Farid Bang beleidigt. </p>

Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, wird im neuen Song von Rapper Farid Bang beleidigt.

Nach dem Echo-Eklat hat Farid Bang einen neuen Song aufgenommen, in dem er die AfD-Politikerin Alice Weidel attackiert.

shz.de von
15. Mai 2018, 12:40 Uhr

Berlin | Nach einer Verbalattacke in einem Song prüft die AfD-Politikerin Alice Weidel rechtliche Schritte gegen den Rapper Farid Bang. Sie schaue, ob und wie man dagegen vorgehen werde, sagte Weidels Pressereferent Daniel Tapp am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Weidel habe sich aber noch keine abschließende Meinung gebildet. Sie wolle den Angriff zunächst nicht kommentieren.

Rapper Farid Bang hatte am Montagabend auf Instagram einen rund 20 Sekunden langen Song-Ausschnitt veröffentlicht, in dem er Weidel unter anderem als "Nazi-Bitch" bezeichnet und droht, ihr das Nasenbein zu brechen.

Beleidigung von Weidel

Bang und sein Rap-Partner Kollegah waren im April trotz von vielen als antisemitisch empfundener Textzeilen mit dem Echo ausgezeichnet worden. Weidel hatte damals getwittert, Bang sei „nichts weiter als ein asozialer Marokkaner“ – eine Anspielung auf dessen Song „Asozialer Marokkaner“. Der Musiker hat marokkanische Wurzeln, wurde aber in Spanien geboren und lebt seit seiner Kindheit in Deutschland.

Die Debatte um heftig kritisierte Textzeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ hat Bang und Kollegah die Zusammenarbeit mit ihrer Plattenfirma gekostet: Ende April gab die Bertelsmann Music Group bekannt, sich von den beiden Rappern getrennt zu haben.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, machte am Dienstag die Rapperszene für die Verrohung der Gesellschaft verantwortlich. „Diese Rapperszene, die gewaltverherrlichende, frauenverachtende Texte von sich gibt, schon seit Jahrzehnten, ist uns immer schon ein Dorn im Auge gewesen als Staatsbürger“, sagte Baumann in Berlin. Da habe sich etwas entwickelt, was "höchst ungut" für die Gesellschaft sei.

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