Streit um Juncker: Großbritannien droht mit EU-Austritt

shz.de von
01. Juni 2014, 16:30 Uhr

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat offen mit dem Austritt seines Landes aus der EU gedroht, sollte er sich mit seinen Forderungen in Brüssel nicht durchsetzen können. Im Streit um den nächsten Präsidenten der EU-Kommission erklärte der Brite laut „Spiegel“, er könne den Verbleib seines Landes in der EU nicht garantieren, sollte der Luxemburger Ex-Premier Jean-Claude Juncker das Amt bekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich bei dem Treffen mit den EU-Kollegen am vergangenen Dienstag zunächst auf die Seite der Juncker-Gegner geschlagen und so eine rasche Abstimmung verhindert, so das Magazin weiter. Cameron soll Juncker, der die Mehrheit des frisch gewählten EU-Parlaments hinter sich weiß, als „Gesicht der 80er Jahre“ diffamiert haben. Der Luxemburger, dessen Wahlsieg auch die Sozialisten und Sozialdemokraten um ihren Spitzenkandidaten Martin Schulz anerkannt hatten, prägt seit drei Jahrzehnten die Politik in Brüssel. Cameron wünscht sich stattdessen jemanden an die Spitze, der mehr Zuständigkeiten in die Nationalstaaten zurückverlagert. Ein Cameron-Sprecher wollte dies gestern nicht kommentieren. „Wir geben keine Kommentare zu vertraulichen Gesprächen ab“, sagte der Sprecher. Juncker reagierte gegenüber der „Bild am Sonntag“: „Die EU muss sich nicht erpressen lassen“, sagte er. Juncker zeigte sich in dem Interview dennoch weiter zuversichtlich, der nächste Präsident der Kommission zu werden.

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