Castellucci unterliegt : Stoch ist neuer Chef der Südwest-SPD

Andreas Stoch hat die Kampfabstimmung um den Vorsitz der SPD in Baden-Württemberg gewonnen.
Andreas Stoch hat die Kampfabstimmung um den Vorsitz der SPD in Baden-Württemberg gewonnen.

Das Ergebnis ist knapp, aber eindeutig: Fraktionschef Andreas Stoch gewinnt die Kampfabstimmung um den Vorsitz der SPD in Baden-Württemberg. Hören damit die Grabenkämmpfe in der Partei auf?

shz.de von
24. November 2018, 15:40 Uhr

Andreas Stoch ist neuer Vorsitzender der SPD in Baden-Württemberg. Der Landtagsfraktionschef gewann beim Parteitag in Sindelfingen eine Kampfabstimmung gegen den Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci.

Stoch bekam 159 Stimmen (50,64 Prozent), auf Castellucci entfielen 151 Stimmen (48,09 Prozent). Es gab vier Enthaltungen.

Die bisherige Vorsitzende Leni Breymaier hatte nach zwei schwierigen Jahren im Amt nicht wieder kandidiert. Sie hatte zwar das SPD-Basisvotum zum Vorsitz knapp gewonnen. Jedoch warf sie das Handtuch, weil sie ihren Rückhalt in der Partei als zu gering empfand. Castellucci blieb bei seiner Kandidatur, obwohl er das Basisvotum verloren hatte.

Stoch hatte in seiner Bewerbungsrede gesagt, die Südwest-SPD müsse einen Wandel schaffen - weg von einer Kultur des Misstrauens und des Vorwurfs hin zu einer Kultur der Wertschätzung und der Solidarität. Die Partei habe ihre Kraft in den vergangenen Jahren viel zu sehr darauf verwendet, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Die SPD müsse wieder Selbstvertrauen entwickeln - dann vertrauten ihr auch die Menschen im Land auch wieder, dass sie deren Probleme löse.

Castellucci hatte für sich geworben mit den Worten, er könne nicht tatenlos zusehen, wie die SPD zerbrösele. Die SPD müsse Schluss machen mit der Selbstbeschäftigung und den internen Flügelkämpfen. Jetzt sei die Zeit für Mut, für Überzeugung und für Tatkraft.

Die SPD ist im Südwesten in einer desolaten Situation: In einer Umfrage vom September kam sie nur noch auf elf Prozent. Bei der Landtagswahl 2016 hatte sie mit 12,7 Prozent bereits einen Tiefschlag erlitten. Im Landtag ist sie noch mit 19 Abgeordneten vertreten. Die Partei hat im Südwesten rund 36.000 Mitglieder.

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