Spekulationen um den Fall Hoeneß

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09. März 2014, 13:22 Uhr

Wieder einmal fällt die Entscheidung schwer, ob man zurück- oder vorausblicken soll. Zurück ist günstiger, weil dann etwas kommentiert werden kann, was schon passiert ist. Bei den Prophezeiungen dagegen kann man mächtig danebenliegen. Etwa bei der Spekulation, ob Uli Hoeneß einsitzen muss oder nicht. Am Sonnabend fürchtete seine Fan-Gemeinde schon das Schlimmste, denn beim Spiel in Wolfsburg saß er nicht mehr dort, wo er neben dem Kollegen Rummenigge immer sitzt. Sollte er schon Zahnbürste und Rasierapparat einpacken? Wie es aus gut informierten Justizkreisen heißt, soll der für den Fall zuständige Richter „ein ganz harter Hund“ sein. Nun weiß aber jeder Hundebesitzer, dass bei bestimmten Gelegenheiten auch der schärfste Rottweiler den Schwanz einzieht. Wer das Aushängeschild eines mehrfachen und künftigen Fußballmeisters in den Knast schickt, der täte gut daran, sicherheitshalber eine Versetzung auf die Galapagos-Inseln zu beantragen.

So viel zum Vorausblick, damit zum Retro. Über die Konflikte dieser Welt ist alles gesagt, daher scheint die Öffentlichkeit geradezu dankbar zu sein, wenn endlich einmal erfreuliche Meldungen verbreitet werden. Dazu gehört die Nachricht, dass in Australien ein deutscher Wanderer drei Wochen überlebt hat, weil er sich von Fliegen ernährt haben will. Leider hat er bisher keine Einzelheiten des Menüs verraten. Man wüsste schon gerne, wie viele Fliegen der menschliche Körper am Tag benötigt. Die Behauptung, beim Blick zurück sei alles klar, muss daher ein wenig eingeschränkt werden.

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