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Kommentar zur NRW-Wahl : SPD-Niederlage: Was nun, Herr Schulz?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die SPD verliert die nächste Wahl. Martin Schulz ist schwer angeschlagen, kommentiert Bernd Ahlert.

Eine politische Katastrophe – nichts anderes ist der Wahlausgang im bevölkerungsreichsten Bundesland für die SPD. Nordrhein-Westfalen galt einmal als Herzkammer der Sozialdemokratie. Jetzt der Infarkt und Machtverlust. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche werden die Sozialdemokraten von den Wählern in die Opposition geschickt. Und die Chancen auf eine Reanimation bis zur Bundestagswahl sind weiter gesunken.

Tief im Westen fährt die SPD ihr bislang schlechtestes Ergebnis ein. Was nun, Herr Schulz? Als Heilsbringer und 100-Prozent-Vorsitzender vor nicht einmal einem halben Jahr gestartet, ist der SPD-Chef schwer angeschlagen. Zu viele Schlagworte, zu wenig Inhalte und Programmatik liefert der Mann aus Würselen. Der Schulz-Zug ist entgleist, noch bevor er richtig Fahrt aufgenommen hat.

Dabei zeigt die Konkurrenz, wie man Wähler und damit Wahlen gewinnt. In Schleswig-Holstein wie auch in Nordrhein-Westfalen schickte die CDU mit Daniel Günther und Armin Laschet krasse Außenseiter ins Rennen. Beide setzten angesichts geringer eigener Popularitätswerte auf Inhalte. Innere Sicherheit, Verkehrsinfrastruktur und Bildung bestimmten im Norden wie im Westen den Wahlkampf. Lebensnahe Themen, die dicht an den Alltagssorgen der Wähler liegen. Und beide lieferten Antworten. Die Kernthemen der SPD, Arbeit und soziale Gerechtigkeit, verpufften dagegen.

Für die Sozialdemokraten stellt sich nach der dritten verlorenen Landtagswahl in diesem Jahr die Frage: Ist Schulz wirklich der Richtige? Noch einmal austauschen wird die alte Dame SPD den Spitzenkandidaten wohl nicht. Aber: Schulz hängt ab sofort der Makel des Verlierers an. Dass Merkel die Bundestagswahl verlieren könnte, glaubt ernsthaft niemand mehr. Das war vor wenigen Wochen noch anders.

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erstellt am 15.Mai.2017 | 07:38 Uhr

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