zur Navigation springen

SPD-Chef Gabriel warnt vor Krieg in Europa

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kiew bittet Uno um Einsatz von Blauhelmen / Prorussische Aktivisten halten weiter Gebäude besetzt

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2014 | 18:51 Uhr

Angesichts des Konflikts um die Ukraine hat SPD-Chef Sigmar Gabriel bei einer Gedenkveranstaltung zum Ersten Weltkrieg vor einem erneuten Krieg in Europa gewarnt. Russland sei bereit, „Panzer über europäische Grenzen rollen zu lassen“, sagte der Vizekanzler in Berlin im Beisein des neuen französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls. Der „alte Geist der nationalistischen Mächtepolitik“ werde durch Russland wieder aus der Flasche geholt. Valls unterstrich die Befürchtungen. Der Frieden in Europa sei fragil, sagte er.

Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow hat gestern die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten: Die Regierung in Kiew würde den Einsatz von Blauhelmen in der Ostukraine begrüßen, sagte Turtschinow in einem Telefonat mit Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Präsident schlug eine gemeinsame Anti-Terror-Mission von ukrainischen Sicherheitskräften und Uno-Truppen vor.

Die EU hat unterdessen eine milliardenschwere Finanzhilfe für die Ukraine beschlossen. Die Außenminister der 28 EU-Staaten stimmten in Luxemburg auch einer Streichung fast sämtlicher Zölle für Waren aus der Ukraine zu.

In der Ost-Ukraine haben prorussische Separatisten ein Ultimatum der Regierung in Kiew verstreichen lassen. „Wir bleiben auf unseren Posten“, sagte ein Sprecher der Aktivisten in Lugansk. Kiew hatte die Separatisten aufgefordert, bis zum Morgen besetzte Verwaltungsgebäude in der russisch geprägten Region zu räumen und Waffen abzugeben. „Keiner von uns gibt auf“, konterte Tschmulenko. Die Aktivisten und auch Moskau fordern unter anderem eine Föderalisierung des Landes, um russischsprachigen Regionen in der Ukraine deutlich mehr Autonomie zuzusichern. Der ukrainische Interimspräsident Alexander Turtschinow schloss ein Referendum über diese Frage nicht aus.

Inmitten des Konflikts hat die Atommacht Russland eine mit Nuklearsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete vom Typ RS-24 getestet. Die Rakete wurde von einer mobilen Rampe auf dem nordrussischen Weltraumbahnhof Plessezk abgefeuert. Wenig später schlug sie rund 9000 Kilometer entfernt auf dem Truppenübungsgelände Kura der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka ein. Seite 3 / Kommentar Seite 2

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert