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Politik

20. Oktober 2017 | 05:33 Uhr

Sparkurs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Wenn jemand 14 Bedienstete entlässt, dann ist das normalerweise keine Nachricht, die große Aufmerksamkeit erregt. Es sei denn, der Arbeitgeber ist ein amtierender Parteivorsitzender, früherer Ministerpräsident und wahnsinnig reich. Sind die Geschassten auch noch junge und attraktive Damen, ist das durchaus eine Meldung wert. Silvio Berlusconi (77) soll einem guten Dutzend seiner Gespielinnen die monatliche Apanage von 2400 Euro gestrichen haben. Wie italienische Zeitungen berichten, habe sich der „Cavaliere“ zu dem Schritt entschlossen, weil er sparen müsse. Die jüngst vollzogene Scheidung soll schließlich auch schon Kosten in dreistelliger Millionenhöhe verursacht haben. Nun mag dahingestellt bleiben, ob es wirklich das Geld war, das zur Schließung des Harems geführt hat, oder ob das Alter seinen Tribut gefordert hat. Außerdem weiß Berlusconi als erfahrener Geschäftsmann, dass es sinnvoll ist, Betriebszweige zu schließen, die keinen Gewinn mehr machen. Hinzu kommt, dass die eine oder andere Angestellte öffentlichen Ärger verursachte, in einem Fall sogar den Arbeitgeber in die Fänge der Justiz getrieben hat. Für den Kollegen Hollande (59) sind die finanziellen und rechtlichen Fragen seines amourösen Privatlebens weniger gravierend. Bieder wie er wirkt, ist ihm zuzutrauen, dass er selbst den berühmt gewordenen Motorradhelm nur vom Hausmeister des Elysee-Palastes ausgeliehen und die nächtlichen Ausfahrten als Dienstreisen abgerechnet hat. Ein echter Latin Lover wie Berlusconi kann über die spießigen Eskapaden des obersten Franzosen gewiss nur verächtlich lächeln.

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