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Jordi Sánchez und Jordi Cuixart : Spanien erlässt Haftbefehl gegen katalanische Separatistenführer

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Ihnen wird „aufrührerisches Verhalten“ vorgeworfen. Sie sollen Demonstranten ermutigt haben, Polizisten einzukesseln.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 08:54 Uhr

Barcelona | Die spanische Staatsanwaltschaft hat gegen zwei Anführer und Organisatoren der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung Haftbefehl erlassen. Medienberichten zufolge verordnete die Justiz am Montag Untersuchungshaft gegen Jordi Sánchez und Jordi Cuixart wegen „aufrührerischen Verhaltens“.

In Spanien setzen sich die Katalanen seit einigen Monaten verstärkt für ihre Unabhängigkeit ein. Bei Demonstrationen für das Referendum gerieten Polizisten und Katalanen immer wieder aneinander und es kam zu Gewalttaten auf beiden Seiten. Die beiden Separatistenbewegung waren an der Organisation des Referendums beteiligt bei dem 90 Prozent für die Unabhängigkeit stimmten. Die Organisationen betonten beide ausdrücklich, dass die Proteste friedlich sein sollten.

Bei den Vorwürfen gegen die Chefs zweier Organisationen der katalanischen Separatistenbewegung, Katalonische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural, geht es um eine Demonstration am 20. September im Vorfeld des Referendums. Dabei sollen Sánchez und Cuixart Demonstranten dazu ermutigt haben, Angehörige der spanischen Polizeieinheit Guardia Civil einzukesseln.

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont schrieb auf Twitter: „Spanien wirft Kataloniens Anführer der Zivilgesellschaft ins Gefängnis, weil sie friedliche Demonstrationen organisiert haben. Traurig, wir haben wieder politische Gefangene.“

 

Omnium und ANC sind die zwei wichtigsten zivilgesellschaftlichen Organisationen der katalanischen Separatisten. Seit Jahren fordern die Mitglieder beider Organisationen die Abspaltung der Region von Spanien. Sie initiierten 2012 auch die Massenproteste, durch die erstmals ein katalanischer Regierungschef die Unabhängigkeit in Erwägung zog.

(mit dpa)

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