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Tornado-Einsatz in Syrien : Soldaten aus Schleswig-Holstein im Krieg gegen den IS

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Niemand wünscht sich Kampfeinsätze, aber sie sind ein Instrument deutscher Außenpolitik geworden, meint Redakteur Alf Clasen.

Berlin/Jagel | Jetzt also Syrien. Wieder muss die Bundeswehr in einen Krieg. Wer die Entwicklung der vergangenen Tage verfolgt hat, für den kommt die Entscheidung nicht mehr überraschend. Frankreichs Präsident Hollande fordert die Solidarität bei den Militärschlägen gegen den Islamischen Staat vehement ein. Aber tatsächlich ist der Kampf gegen die Terrormiliz eine gemeinsame Aufgabe des freiheitlichen Westens, der sich ein Land wie Deutschland, das längst selbst ins Visier der Islamisten geraten ist, nicht entziehen kann. Schon gar nicht nach den schrecklichen Ereignissen von Paris und dem Fast-Anschlag von Hannover.

Mit den Aufklärungs-Tornados wird die Bundeswehr jene Fähigkeiten einbringen, die bei den Bündnispartnern besonders geschätzt sind. Wie schon beim Afghanistan-Einsatz. Man wirft zwar keine Bomben, ist aber dennoch dabei. Damals, im Frühjahr 2007, war die Entsendung der Jageler Jets an den Hindukusch höchst umstritten. Dass deutsche Soldaten für die Bomber der Alliierten mögliche Ziele ausfindig machen könnten, empfanden Kritiker als Tabubruch. Sollten aus den Brunnenbohrern plötzlich etwa Krieger werden? Afghanistan hat die Bundeswehr verändert. Erst durch die Tornados, später durch die Bodentruppen, die gegen die Taliban kämpften. Seitdem scheuen Politiker nicht mehr den Begriff „Krieg“, wenn von Auslandsmissionen die Rede ist.

Die Tornado-Piloten auf dem Fliegerhorst Jagel wissen um die Bedeutung und Gefahren ihres Jobs. Sie werden für genau solche Missionen wie Afghanistan oder eben Syrien ausgebildet. Niemand wünscht sich Kampfeinsätze, aber sie sind ein Instrument deutscher Außenpolitik geworden. Das ist die Realität. Doch ob Luftschläge den IS wirklich in die Knie zwingen können, steht auf einem anderen Blatt. Dafür müssten wohl Bodentruppen nach Syrien geschickt werden. Auf ein solches Abenteuer aber will sich verständlicherweise niemand einlassen.

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erstellt am 26.Nov.2015 | 19:52 Uhr

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