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Ehrung für NSA-Gegner : Snowden soll Ehrendoktor der Uni Rostock werden

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Der frühere US-Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden hat nach weit verbreiteter Meinung mit Enthüllungen über die Abhörpraktiken des US-Geheimdienstes NSA die digitale Welt verändert. Die Universität Rostock möchte ihn dafür ehren und zum Ehrendoktor ernennen.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 19:00 Uhr

Rostock | Der frühere US-Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden wird voraussichtlich Ehrendoktor der Universität Rostock. Die Philosophische Fakultät der Universität beschloss mit der notwendigen Dreiviertel-Mehrheit die Eröffnung des Verfahrens, sagte Dekan Hans-Jürgen von Wensierski am Mittwoch. Es sei seines Wissens in Deutschland das erste Mal, dass der als sogenannter „Whistleblower“ bekannte Snowden eine solche Ehrung erhalten wird.

Mit der Bekanntgabe der NSA-Praktiken habe er die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt. Er habe im großen Stil auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam gemacht und Dinge offengelegt, die vorher so nicht bekannt waren, sagte von Wensierski.

Aus formalen Gründen werde der Fakultätsrat im Mai noch einmal zur Abstimmung gebeten. Sollte diese positiv ausfallen, müssten der Senat und der Rektor zustimmen. Es sei davon auszugehen, dass Snowden noch in diesem Semester Ehrendoktor der Universität werde.

Nach Worten der Prodekanin Gesa Mackenthun handelt es sich bei der Ehrung um einen symbolischen und politischen Akt sowie um einen Beitrag der Zivilgesellschaft. „Wir sind der Meinung, (...) dass Edward Snowden Ehre verdient.“  Gleichzeitig sei die Fakultät davon überzeugt, dass es auch eine Reihe von wissenschaftlich fundierten Gründen für diese Ehrung gebe.

Snowden habe ein Wissen von hoher Relevanz präsentiert. Das werde die Gesellschaft verändern, es werde ein Paradigmenwechsel geben. „Er hat uns wie ein Entdecker, wie ein Kolumbus des Digitalzeitalters, ein Wissen eröffnet, von dem wir vielleicht etwas geahnt haben, aber in dieser Dimension nichts gewusst haben“, sagte Mackenthun.nSnowden ist zur Zeit in Moskau. Dort hat er vorläufig Asyl erhalten und lebt laut Mackenthun in einer äußerst prekären Situation. Er brauche dringend die Solidarität der Zivilgesellschaft.

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