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Silvio – der neue Pfleger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 15:10 Uhr

Die Bewohner des Pflegeheims „Sacra Familia“ zu Mailand werden den heute anreisenden Besucher neugierig, vielleicht auch gleichgültig empfangen. Der Heimleiter wird den Neuen vorstellen, aber der Name Berlusconi wird vielen der schwer an Alzheimer erkrankten Patienten nichts sagen. Vier Stunden muss sich der Cavaliere ein Jahr lang jede Woche mit den Menschen beschäftigen, mit denen der reichste Mann Italiens nichts gemeinsam hat. Er könnte den Kranken etwas vorsingen, aber das darf er nicht. Er könnte etwas über seine Erlebnisse in der Politik erzählen, aber das darf er auch nicht. Der Heimleiter hat dem hohen Gast empfohlen, ohne Krawatte zu kommen, weil die beschmutzt werden könnte. Wahrscheinlich graut Berlusconi vor der sozialen Strafe. Natürlich wird er der Öffentlichkeit weismachen, wie wunderbar er sich gefühlt und wie viel er gelernt habe. Seinen politischen Gegnern und den Richtern wird er raten, sich auch einmal mit kranken Mitbürgern zu beschäftigen. Dann könne man „da oben“ viel gerechtere Entscheidungen treffen. Manchmal macht ja das Alter weise, in diesem Fall mussten erst vier Jahre Haft drohen.

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