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SPD-Kanzlerkandidat : Sigmar Gabriel: „Natürlich will ich Bundeskanzler werden“

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Der SPD-Chef hat deutliche Worte gefunden: Wenn die SPD will, werde er 2017 gegen Angela Merkel antreten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat klargestellt, dass er bei der nächsten Bundestagswahl auf Sieg setzt und 2017 selbst gegen Kanzlerin Angela Merkel antreten will. „Natürlich will ich Bundeskanzler werden, wenn die SPD mich aufstellen will. Das ist doch gar keine Frage“, sagte der Vizekanzler dem „Stern“. Weiter sagte er: „Ich habe mir geschworen, die Frage, wer führt die Partei in die nächste Wahl, nicht von meiner persönlichen Eitelkeit abhängig zu machen.“

Gabriel hatte im Juli abgelehnt über die Kanzler-Frage zu reden. Für eine Festlegung, mit welchem Kanzlerkandidaten die SPD in den nächsten Bundestagswahlkampf ziehen werde, sei es viel zu früh. Auf die Frage, ob er sich dafür selbst in Stellung bringe, entgegnete Gabriel, es seien noch nicht mal zwei Jahre der Legislaturperiode vergangen. „Da macht es doch keinen Sinn, jetzt eine Debatte über Kanzlerkandidaturen zu führen.“

Traditionell hat der SPD-Vorsitzende das erste Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur. Im Sommer wurde bei den Sozialdemokraten debattiert, über die Kandidatenfrage abstimmen zu lassen.

Ende Juli hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) angesichts der Popularität Merkels einen Sieg seiner Partei bei der Bundestagswahl offen infrage gestellt. Es sei schwer, gegen diese Kanzlerin zu gewinnen; eine bloße Regierungsbeteiligung könne daher auch Wahlziel für seine Partei sein. Albig stellte auch infrage, ob die Bezeichnung Kanzlerkandidat für die SPD überhaupt noch passe.

Natürlich habe Albig damit Recht, dass die Kanzlerin populär und schwer zu schlagen sei, sagte SPD-Vize Ralf Stegner damals in einer ersten Reaktion. „Aber es kann ja nicht unser Ziel sein, mit den Grünen darum zu wetteifern, wer der nächste Juniorpartner der Union wird.“ Die Umfragen sähen im Moment nicht günstig für die SPD aus. „Aber das heißt ja nicht, dass es nicht besser werden kann. Und dafür muss man kämpfen“, sagte Stegner. Bei ihm seien auf Albigs Aussagen „temperamentvolle Rückmeldungen“ aus dem Land und dem Bund eingegangen.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hingegen freute sich über Albigs Prognose. Zu dessen Einschätzung sagte Tauber: „Es ist toll, dass viele Sozialdemokraten Angela Merkel für eine gute Kanzlerin halten - wie Torsten Albig. Aber die SPD soll sich aber keinen falschen Hoffnungen hingeben. Wenn Angela Merkel wieder antritt, dann für die CDU und nicht für die SPD.“ Zugleich warnte Tauber die Union davor, die nächste Bundestagswahl bereits als Selbstläufer abzutun.

Angesichts der Flüchtlingskrise sinken Merkels Zustimmungswerte jedoch inzwischen, ebenso die Umfragewerte von CDU/CSU. Als wichtige Wegmarken gelten die Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Deutsche Bundeskanzler seit 1949:

Konrad Adenauer CDU 1949 bis 1963 5144 Tage
Ludwig Erhard CDU 1963 bis 1966 1142 Tage
Kurt Georg Kiesinger CDU 1966 bis 1969 1055 Tage
Willy Brandt SPD 1969 bis 1974 1659 Tage
Walter Scheel FDP 7.Mai 1974 bis 16. Mai 1974 9 Tage
Helmut Schmidt SPD 1974 bis 1982 3060 Tage
Helmut Kohl CDU 1982 bis 1998 5870 Tage
Gerhard Schröder SPD 1998 bis 2005 2583 Tage
Angela Merkel CDU seit 2005 >3620 Tage
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erstellt am 28.Okt.2015 | 12:30 Uhr

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