Treffen der EU-Staaten : Sigmar Gabriel: Bundesregierung gegen Abbruch der Türkei-Gespräche

Sigmar Gabriel hat sich mit den EU-Außenministern auf Malta getroffen, um über die Türkei zu beraten.
Sigmar Gabriel hat sich mit den EU-Außenministern auf Malta getroffen, um über die Türkei zu beraten.

Gabriel halte einen Abbruch für die „völlig falsche Reaktion“. Man solle jedoch neue Formate der Kommunikation suchen.

shz.de von
28. April 2017, 14:13 Uhr

Berlin/Istanbul | Die Bundesregierung ist nach Angaben von Außenminister Sigmar Gabriel strikt gegen einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. „Wir halten den Abbruch der Gespräche für die völlig falsche Reaktion“, sagte der SPD-Politiker am Freitag bei einem Treffen mit EU-Kollegen auf Malta. Man habe kein Interesse daran, die Türkei „in Richtung Russland zu drängen“.

Nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei vor rund zwei Wochen waren die Forderungen nach einem Abbruch oder Aussetzen der EU-Beitrittsverhandlungen zuletzt noch einmal lauter geworden. Der geplante Staatsumbau könnte nach Einschätzung von EU-Experten die Gewaltenteilung und die Unabhängigkeit der Justiz einschränken.

Gabriel sprach sich allerdings dafür aus, auch neue Gesprächsformate zu suchen. Sie könnten nach Angaben aus Diplomatenkreisen notwendig sein, weil die eigentlichen EU-Beitrittsgespräche seit Monaten de facto auf Eis liegen.

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