Urteil in der Türkei : Selbstmordanschlag auf Deutsche in der Türkei – Lebenslange Haft für drei Syrer

Der Sultanahmet-Platz ist abgesperrt. Hier detonierte der Sprengsatz in der Nähe einer Touristengruppe.

Der Sultanahmet-Platz ist abgesperrt. Hier detonierte der Sprengsatz in der Nähe einer Touristengruppe.

Zwölf deutsche Touristen starben bei dem Selbstmordanschlag. Außer Verurteilungen gab es auch Freisprüche.

shz.de von
31. Januar 2018, 13:42 Uhr

Istanbul | Mehr als zwei Jahre nach einem Selbstmordanschlag auf Deutsche in Istanbul hat ein türkisches Gericht drei Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass sie bei der Vorbereitung des Anschlags geholfen hatten. Sie wurden unter anderem wegen Beihilfe zur Tötung von zwölf Personen schuldig gesprochen, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorging.

Bei dem Selbstmordanschlag am 12. Januar 2016 in der Istanbuler Altstadt hatte ein Attentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen, 16 Menschen waren verletzt worden.

Ein Iraker erhielt unter anderem wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine mehrjährige Haftstrafe, wurde aber zunächst wegen der langen Dauer der Untersuchungshaft entlassen. Mehrere Beschuldigte wurden freigesprochen.

Der Prozess hatte im Juli 2016 begonnen. Schon an vergangenen Verhandlungstagen war ein Abschluss des Verfahrens erwartet worden. Dazu kam es nicht, unter anderem wegen Krankheitsfällen und eines überraschenden Wechsels der Richter und Beisitzer.

Die Behörden identifizierten den Attentäter als den 1988 in Saudi-Arabien geborenen Syrer Nabil Fadli. Laut Gerichtsunterlagen war Fadli IS-Anhänger und ließ sich rund einen Monat vor dem Attentat von Syrien in die Türkei schmuggeln. Der IS hatte sich nicht zu der Tat bekannt.

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