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„Seine Rückkehr ins Bistum Limburg wird ganz schwierig“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Acht lange Tage hat Franz-Peter Tebartz-van Elst darauf warten müssen, dem Papst seine Sichtweise der Dinge darlegen zu dürfen. In gebührendem Abstand zu dem Chef der deutschen Bischöfe, Erzbischof Robert Zollitsch, kam der Limburger Oberhirte gestern in den Vatikan. Damit liegen jetzt auch die Karten des Bischofs auf dem Tisch – Papst Franziskus könnte also nun entscheiden, wie es mit dem angeschlagenen Bischofsbruder aus hessischen Landen weitergehen soll.

Dass gleichentags auch der einflussreiche Kölner Erzbischof Joachim Meisner eine Audienz bei Franziskus hatte, kann das Bild für das argentinische Kirchenoberhaupt der katholischen Weltkirche noch abrunden. Denn Meisner galt zumindest bislang als einer der wenigen Unterstützer des Limburgers, der seine Kirche in eine Krise stürzt.

„High Noon“ am Tiber: Um die Mittagszeit erschien der Bischof zum Rapport, den er dem Heiligen Vater geben wollte. Im Kreuzfeuer der Kritik in Deutschland, soll Tebartz-van Elst in einem deutschen Pilgerzentrum die ganze Woche ausgeharrt haben. Öffentlich ließ er sich nicht blicken. Der Papst musste ihn anhören, konnte ihm den Wunsch nicht abschlagen, so ist das Prozedere im Vatikan.

Für Franziskus war das 20-minütige Gespräch aber auch ein Gebot der Fairness und seinem Stil angemessen – Jorge Mario Bergoglio hört immer erst alle in Ruhe an, um danach seine Entscheidung zu fällen. Ob er in diesem Fall ein schneller Richter ist, bleibt abzuwarten. Für Überraschungen ist er immer gut. Und wie verhasst ihm Prunk und Prasserei in seiner Kirche sind, sagt er bei jeder sich bietenden Gelegenheit laut. Er dürfte sich über den teuren Limburger Bischofssitz so seine Gedanken machen.

Kameraleute, Fotografen, Journalisten, sie alle warteten vergebens an einem Vatikan-Eingang. Von dem Bischof, dessen kurze Audienz bei Franziskus ins päpstliche Programm gepresst worden war, erheischten sie keinen Blick, geschweige denn ein Wort. Dafür äußerte sich der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode düster zur verfahrenen Lage: „Seine Rückkehr in das Bistum Limburg wird sicher ganz schwierig.“ Doch Tebartz-van Elst schien bisher kaum geneigt, den Hut zu nehmen.

Ob der Papst nun rasch handelt oder erst den Bericht der Prüfer im Bistum der Stadt an der Lahn abwartet, das ist die eine Frage. Liegt der Ball bei dem Limburger Bischof, der sich jetzt überlegen muss, ob er – vom Papst gedrängt – formell darum bittet, seinen Bischofssitz räumen zu dürfen? Dabei erscheint auch die „elegante“ Lösung denkbar, den unter so schwerem Beschuss stehenden Kirchenmann zu versetzen.

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