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Politik

17. Oktober 2017 | 19:04 Uhr

Schweigen war mal Gold

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 00:31 Uhr

In den „besseren Kreisen“ ist auch nicht mehr alles Gold, was glänzt. Zwar war das schon immer der Fall, aber erst, seitdem möglichst jeden Tag eine Sau über den Boulevard getrieben werden muss, wird den Benutzern der normalen Gehwege bekannt, wie schief der Haussegen selbst in den vornehmsten Wohngegenden hängt.

Bei den Parvenüs in der Promi-Welt ohnehin. Da werden die Verlobungsringe eifrig getauscht wie unter Philatelisten die Sondermarken, und die Verfallsdaten sind kürzer als bei frischen Weißwürsten. Da man bei den Verbindungen stets unter sich bleibt, also kein reicher Prinz oder Oscar-Preisträger eine arme Magd ins Schloss oder die 36-Zimmer-Villa holt, müssen die Anhänger romantischer Geschichten auf die Herz-Schmerz-Romanhefte zurückgreifen. Gemäß des Filmtitels „Adel verpflichtet“ halten sich die echten Blaublütigen bei der Ausbreitung ihres familiären Innenlebens möglichst bedeckt.

Und nun diese furchtbare Indiskretion. Dazu ausgerechnet aus dem mit historischem Ruhm überhäuften Haus derer von Bismarck. Aus Friedrichsruh war schon wiederholt dumpfes Grollen einschließlich Polizeieinsatz in die Außenwelt gedrungen. Nun aber hat „Calle“, Ur-Urenkel des Reichsgründers, einmal richtig ausgepackt. Und wenn wirklich zutrifft, was der Haupterbe über das Familienleben der Seinen berichtet, dann müssten sich Tierschützer sogar um das Wohlergehen der berühmten Schmetterlingszüchtung der Hausherrin Sorgen machen.

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