zur Navigation springen

Terrorgefahr und Flüchtlingskrise : Schweden: Polizei warnt vor Kollaps des Rechtssystems

vom

Mindestens 10.000 Beamte mehr sind nötig, um die Polizeiarbeit verantwortungsvoll zu gewährleisten.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 14:22 Uhr

Stockholm | Angesichts der Flüchtlingssituation und Terrorbedrohung hat die Polizei in Schweden vor einem Zusammenbruch des Rechtssystems gewarnt. Zu viele Aufgaben und zu wenig Ressourcen bedrohten den Rechtsstaat, schrieb der Stockholmer Kommissar Lars Alvarsjö am Samstag in einem Kommentar für die Zeitung „Svenska Dagbladet“.

Seit Anfang Januar kontrolliert Schweden seine Grenzen. Die am 8. Februar auslaufenden Grenzkontrollen wurden von der Regierung bis zum 9. März verlängert. Es gibt Überlegungen, zusammen mit Dänemark, eine gemeinsame Bewachung der Grenze zu etabliereren.

Mit 20.000 Polizisten gehöre Schweden gemessen an der Einwohnerzahl zu den Ländern mit den wenigsten Einsatzkräften in Europa. Gleichzeitig müssten diese etwa aufgrund der Grenzkontrollen in der Flüchtlingskrise viele neue Aufgaben wahrnehmen und wegen der erhöhten Terrorgefahr zusätzlich für Sicherheit bei Sportevents, Staatsbesuchen oder Demonstrationen sorgen.

Alvarsjö zufolge bräuchte die Polizei rund 10.000 Beamte mehr, um ihre Arbeit verantwortungsvoll wahrnehmen zu können. In vielen Vorstädten bestimmten bereits kriminelle Banden die Spielregeln, erklärte der Kommissar: „In diesen Gegenden ist es Alltag, dass Polizisten mit Steinen oder Molotowcocktails beworfen und bedroht werden oder auf andere Formen von Gewalt treffen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen