Flensburgerin will SPD-Vorsitz : Schröder-Kritik an Kandidatur von Simone Lange kam nicht vom Altkanzler

Hinter der mutmaßlichen Kritik des Altkanzlers Gerhard Schröder an der Kandidatur von Simone Lange verbarg sich jemand anderes.
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Hinter der mutmaßlichen Kritik des Altkanzlers Gerhard Schröder an der Kandidatur von Simone Lange verbarg sich jemand anderes.

Gerhard Schröder habe ihr sein Missfallen kundgetan, sagt Simone Lange. Aber der Altkanzler weiß von nichts.

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15. Februar 2018, 17:04 Uhr

Hannover/Flensburg | Die Herausforderin von Andrea Nahles bei der Wahl um den SPD-Parteivorsitz, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, ist auf eine falsche E-Mail hereingefallen. Das Büro von Altkanzler Gerhard Schröder dementierte am Donnerstag, dass er ihr eine kritische E-Mail geschrieben habe, nachdem sie sich um den Parteivorsitz beworben hatte. Das hatte Lange auch im Interview mit der „Tagesschau“ erklärt.

„Wir haben die Meldung erst für einen Karnevalsscherz gehalten“, sagte Schröders Büroleiterin Sigrid Krampitz der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Da hat sich jemand den Namen Gerhard Schröder angeeignet.“ Der dpa teilte das Berliner Büro des Altkanzlers mit, dass es keine Mail Schröders an Lange gegeben habe.

Simone Lange (SPD), Oberbürgermeisterin von Flensburg.
Foto: Christian Charisius
Simone Lange (SPD), Oberbürgermeisterin von Flensburg.

Auch Lange selbst erhielt vom Büro Schröder die Auskunft, dass Schröder ihr keine Mail geschrieben habe. „Tatsächlich liegt mir aber eine E-Mail vor. Wenn das eine Fälschung sein sollte, dann kann ich nur sagen, dass ich das verurteile“, sagte sie.

Zuvor hatte sie erklärt, sie sei durchaus überrascht von dem sehr persönlichen Anschreiben gewesen, zumal sie Schröder persönlich gar nicht kenne. Sie habe das Schreiben so verstanden, dass der Altkanzler es lieber gesehen hätte, wenn Ruhe herrsche. „Aber man kann Ruhe nicht verordnen“, sagte Lange.

Die SPD will auf einem Sonderparteitag am 22. April in Wiesbaden über die Nachfolge des zurückgetreten Parteichefs Martin Schulz entscheiden. Präsidium und Parteivorstand haben sich für Bundestagsfraktionschefin Nahles ausgesprochen. Es haben bereits mehrere SPD-Politiker aus den hinteren Reihen angekündigt, als Gegenkandidaten anzutreten – darunter auch Oberbürgermeisterin Lange. Bis zur Wahl wird der dienstälteste Parteivize, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die SPD kommissarisch führen.

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