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WHO-Bericht : Schon mehr als 1700 Cholera-Tote im Jemen

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Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Es gibt immer mehr Tote und Neuansteckungen. Immer mehr Provinzen sind betroffen.

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 20:28 Uhr

Sanaa | Die Zahl der Toten wegen der Cholera-Epidemie im Jemen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auf mindestens 1742 gestiegen. Mehr als 320.000 Menschen hätten sich seit dem Ausbruch der Epidemie Ende April mit der Krankheit angesteckt, teilte die WHO am Mittwoch per Twitter mit. Besonders in den Provinzen nördlich der Hauptstadt Sanaa verbreite sich die Krankheit schnell.

Im Jemen tobt zudem seit drei Jahren ein Bürgerkrieg. Schiitische Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Eine sunnitische Allianz unter Führung Saudi-Arabiens fliegt Luftangriffe gegen die Rebellen.

Das Gesundheitssystem des Landes sei „praktisch zusammengebrochen“, sagte der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Stephen O'Brien, am Mittwoch dem UN-Sicherheitsrat in New York. Von den zugesagten Hilfsgeldern anderer Länder seien zudem bislang nur rund ein Drittel auch wirklich ausgezahlt worden - 688 Millionen von 2,1 Milliarden Dollar. Zur Bekämpfung der Cholera seien eigentlich noch einmal zusätzlich 250 Millionen Dollar notwendig, davon seien erst 47 Millionen eingegangen.

Besonders betroffen ist der Westen des Landes.
Besonders betroffen ist der Westen des Landes. Foto: WHO
 

Cholera verursacht starken Durchfall und Erbrechen und ist besonders für Kinder, Alte und Kranke lebensbedrohlich. Die Weltgesundheitsorganisation berichtete im vergangenen Oktober von ersten Cholera-Fällen. In den vergangenen Monaten verbreitete sich die Krankheit rasant. Viele Menschen haben kaum Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel.

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