Schlupfloch bei der abschlagsfreien Rente ab 63

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27. Juni 2014, 12:49 Uhr

Das Gesetz zum Renteneintritt mit 63 Jahren enthält offenbar ein Schlupfloch. So gibt es eine legale Möglichkeit, schon zwei Jahre früher ohne Abschläge aus dem Beruf auszusteigen. Das berichtet die „Frankfurter Rundschau“. Demnach könnten Arbeitnehmer mit 61 Jahren den Job aufgeben, zwei Jahre lang Arbeitslosengeld beziehen und nebenher zum Beispiel für vier Stunden in der Woche in einem Minijob arbeiten. Laut Zeitungsbericht hat das Bundesarbeitsministerium diese Gesetzeslücke bereits eingeräumt. Arbeitnehmer können mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen, wenn sie 45 Jahre ohne Unterbrechung in die Rentenkasse eingezahlt haben. Dazu zählen auch Zeiten, in denen Arbeitslosengeld bezogen wurde. Um zu verhindern, dass Beschäftigte dies nutzen, um sich mit 61 arbeitslos zu melden und damit noch zwei Jahre früher aus dem Beruf auszuscheiden, hatte sich die Koalition auf die Stichtagsregelung geeinigt. Danach können Arbeitslos-Zeiten in den letzten zwei Jahren vor dem Ruhestand nicht mehr auf die Beitragsjahre angerechnet werden. Das Schlupfloch würde diese Regelung jedoch aushebeln. Entscheidend sei lediglich, dass weiter in die Rentenkasse eingezahlt werde – was bei Minijobs der Fall ist. Das Arbeitsministerium indes sieht keinen Handlungsbedarf. Es sei wenig wahrscheinlich, dass die Minijob-Option „in nennenswertem Umfang angewendet“ werde, hieß es.

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