Es fehlen 40.000 Lehrkräfte : Schlimmster Pädagogenmangel seit Jahrzehnten

Besonders kritisch ist die Situation an Grund- und Förderschulen.
Besonders kritisch ist die Situation an Grund- und Förderschulen.

Der teils dramatische Lehrermangel wird sich zum neuen Schuljahr in vielen Bundesländern aus Expertensicht noch zuspitzen. Vor allem an Grundschulen und Förderschulen fehlen Pädagogen.

shz.de von
20. August 2018, 17:13 Uhr

An Deutschlands Schulen fehlen nach Darstellung des Deutschen Lehrerverbands fast 40.000 Pädagogen. «Einen derart dramatischen Lehrermangel hatten wir in Deutschland seit drei Jahrzehnten nicht mehr», sagte der Präsident des Verbands, Heinz-Peter Meidinger, der «Passauer Neuen Presse».

«Derzeit sind rund 10.000 Lehrerstellen nicht besetzt. Dazu kommen etwa 30.000 Stellen, die notdürftig mit Nicht-Lehrern, Seiteneinsteigern, Pensionisten und Studenten besetzt werden.»

Besonders kritisch sei die Situation an Grund- und Förderschulen. «Da ist in fast allen Bundesländern die Entwicklung verschlafen und seit Jahren nicht auf den Geburtenanstieg reagiert worden», kritisierte Meidinger. Zudem seien immer mehr Lehramtsstudienplätze abgebaut worden. In Ländern wie Berlin und Sachsen müsse man von einem Bildungsnotstand sprechen. «Das ist ein Skandal. In Berlin sind 70 Prozent der neu eingestellten Lehrer im Grundschulbereich Seiteneinsteiger ohne jegliche pädagogische Vorbildung.»

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