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Nach umstrittenen Afrika-Äusserungen : Schleswig-Holsteins AfD-Chef Thomas Thomsen kritisiert Björn Höcke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Höckes Aussagen über die Reproduktionsstrategie von Afrikanern schlagen hohe Wellen. Thomsen: „Scharfmacher können wir in der Partei nicht gebrauchen.“

Der AfD-interne Streit über den Umgang mit Björn Höcke spaltet zusehends die Partei. Die kritischen Stimmen gegen Thüringen Landeschef nehmen zu. Auch dem schleswig-holsteinischen AfD-Chef Thomas Thomsen missfällt das Auftreten Höckes. „Mit den Formulierungen des Herrn Höcke sind wir sehr unglücklich“, sagte Thomsen. „Das sollte man nicht machen. Daher halten wir die Äußerungen auch nicht für in Ordnung.“ Das Thema Flüchlinge polarisiere die Welt „schon von alleine genug. Da sollte man kein weiteres Öl ins Feuer kippen.“

Höcke hatte unter anderem mit Äußerungen über die Reproduktionsstrategie von Afrikanern für Aufregen gesorgt. In einer Rede hatte er von einem „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“ und von einem „Bevölkerungsüberschuss“ Afrikas gesprochen.

Der Bundesvorstand hatte einen Parteiausschluss Höckes am Freitag vermieden, ihn aber „nachdrücklich“ aufgefordert „zu prüfen, inwieweit seine Positionen sich noch in Übereinstimmung mit denen der AfD befinden“ –praktisch eine Aufforderung zum Austritt. „Ich hoffe, dass der Mann versteht, was gemeint ist“, sagte Schleswig-Holsteins AfD-Chef Thomsen. „Scharfmacher können wir in der Partei nicht gebrauchen.“ Er betonte, die Partei solle „keine weitere Diskussion lostreten, die zur Spaltung der AfD führen könnte“.

Thomsen war einer von mehreren Landesvorsitzenden, die Höcke am Wochenende kritisierten. Andere, wie der Parteivize und brandenburgischen Landeschef Alexander Gauland machten aber gegen die Höcke-Kritiker mobil, namentlich gegen die Vorsitzende Frauke Petry. Der „Bild“ sagt er: „Der Bundesvorstand hat ausdrücklich keine Maßnahmen gegen Björn Höcke beschlossen und ihn nicht verurteilt. Ich finde es falsch und zutiefst unfair, dass sie das jetzt umdeutet und etwas anderes vertritt, als vom Vorstand beschlossen wurde.“

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erstellt am 20.Dez.2015 | 18:08 Uhr

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