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Politik

13. Dezember 2017 | 21:36 Uhr

Schlau wie Onkel Dagobert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 11:41 Uhr

Der Stadtplan von Entenhausen weist auch ein China-Viertel aus. Das Dorf Jianshe ist dort allerdings nicht zu finden, was nicht verwundern kann, denn im Gegensatz zum Wohnort von Onkel Dagobert gibt es die 438 Haushalte zählende chinesische Ortschaft wirklich. Einen Geldspeicher hat Jianshe nicht. Noch nicht, denn die Bewohner der bescheidenen Ansiedlung in der Provinz Sichuan wissen nicht recht, wo sie ihren plötzlichen Reichtum verstauen sollen. Wie die Leser von Dagobert Ducks Biografie wissen, hat der als Sohn einer verarmten schottischen Adelsfamilie geborene Geizhals seine erste Million mit Goldschürfen am Klondike-Fluss gemacht. Die Bauern von Jianshe dagegen sind durch Viehzucht und geschickte Investitionen in kleine Wasserkraftwerke zu Geld gekommen. Über die 13 Millionen Yuan (1,6 Millionen Euro) kann Dagobert zwar nur müde lächeln. Die Leute von Jianshe aber wissen nicht wohin mit den in Körben angelieferten Banknoten. Vor der Verteilung schütteten sie das Geld erst einmal auf einen Haufen, der über zwei Meter hoch war. Aber das eigentliche Problem begann erst, als alle Anteilsberechtigten ausgezahlt wurden. Ein Bauer berichtete, er habe aus Furcht vor Dieben daraus eine Matratze gemacht, die sei jedoch viel zu hart. Ein anderer hat versucht, seinen Anteil nachzuzählen, doch das wurde ihm zu anstrengend. Bei allen Unterschieden sind die Bewohner von Jianshe schlau wie Onkel Dagobert: Banken wollen sie ihr Geld auf keinen Fall anvertrauen.

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