zur Navigation springen

Islamistische Terrorgruppe : Schlag gegen Boko Haram: Nigerias Militär befreit fast 300 Mädchen

vom

Sind vor mehr als einem Jahr entführte Schülerinnen aus Chibok darunter? Es gibt widersprüchliche Angaben.

Abuja | Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 200 Mädchen und 93 Frauen aus der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Boko Haram befreit. Unklar blieb, ob unter den Befreiten auch Schülerinnen aus dem Ort Chibok waren. Zwei Militärsprecher machten widersprüchliche Angaben. Die Entführung dieser Mädchen im April vergangenen Jahres hatte für weltweites Entsetzen gesorgt.

Dutzende Mädchen waren im Mai 2014 mitten in der Nacht aus ihren Schlafsälen verschleppt und in Lastwagen fortgebracht worden. Seither fehlte von ihnen jede Spur. Die Bevölkerung warf der Regierung schon lange vor, völlig hilflos im Kampf gegen die Boko Haram zu wirken. Die Dschihadisten entführen junge Mädchen, um sie zum Übertritt zum Islam zu zwingen, sie zwangsweise zu verheiraten oder sie als Sklavinnen zu halten. Die Gruppe will im Norden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas einen sogenannten Gottesstaat aufbauen. In den vergangen Jahren waren bei Anschlägen der Gruppe tausende Menschen ums Leben gekommen. Seit Monaten unterstützen auch Truppen aus den Nachbarländern wie Kamerun und dem Tschad die Streitkräfte bei ihrem Kampf gegen die Fundamentalisten.

Militärsprecher Chris Olukolade erklärte am Dienstagabend über den Kurzmitteilungsdienst Twitter, er könne nur bestätigen, dass sich die Geiseln in verschiedenen Camps der Extremisten im dichten Sambisa-Wald befunden hätten. Die Streitkräfte hätten drei Lager der Islamisten zerstört, berichteten nigerianische Medien. „Wir müssen erst noch genau feststellen, woher die befreiten Personen stammen“, so Olukolade. Die Mädchen und Frauen würden nun befragt, um ihre Identität festzustellen.

Armeesprecher Oberst Sani Usman erklärte dagegen, es handele sich bei den Befreiten nicht um die von Boko Haram entführten Schülerinnen aus dem Ort Chibok im Nordosten des Landes. Die Zeitung „This Day“ zitierte in ihrer Online-Ausgabe vom Mittwoch eine Quelle mit der Aussage, dass die Mädchen bei ihrer Befreiung schwach gewesen seien. Es könne einige Tage dauern, bis ihre Identität feststehe. Für die Freilassung der Schülerinnen aus Chibok gab es auch international Aktionen über soziale Netzwerke. Auch viele Prominente, darunter US-First Lady Michelle Obama, beteiligten sich daran.

Bei Kämpfen um die Insel Karamga im Tschadsee mit den Streitkräften des Nigers wurden am Wochenende 156 Boko-Haram-Kämpfer getötet. Auch 46 Soldaten starben, 32 weitere gelten noch als vermisst, wie die Streitkräfte des Nigers mitteilten. Im unlängst aus der Gewalt Boko Harams zurückeroberten grenznahen nigerianischen Ort Damasak wurden Hunderte verwesende Leichen entdeckt. Die Opfer wurden offenbar von Boko Haram exekutiert, wie Babagana Mustapha, ein Sprecher des örtlichen Bezirks Mobbar, sagte. Seit 2009 sind bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe Schätzungen zufolge mindestens 14.000 Menschen umgekommen, rund 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Apr.2015 | 15:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen