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Nach Brandanschlag auf Flüchtlingsheim : Salzhemmendorf: 24-jähriger Verdächtiger ist Feuerwehrmann

vom

Eine Frau mit ihren drei Kindern waren im Nebenraum, als der Brandsatz durch das Fenster geworfen wurde. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2015 | 10:43 Uhr

Salzhemmendorf | Einer der drei Verdächtigen, die den Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Salzhemmendorf verübt haben sollen, ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Das bestätigte die Polizei in Hameln am Montag. Der Landkreis hatte zuvor mitgeteilt, dass sich entsprechende Hinweise „verdichtet“ hätten. Der 24-Jährige habe bei den Löscharbeiten in der Nacht zu Freitag geholfen, sagte ein Polizeisprecher.

Der Mann sitzt ebenso wie ein 30-Jähriger und eine 23 Jahre alte Frau wegen des Verdacht des versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Sie sollen einen Molotow-Cocktail durch ein geschlossenes Fenster in die Unterkunft geschleudert haben. Der Brandsatz landete in der Wohnung einer Frau aus Simbabwe, die mit ihren vier, acht und elf Jahre alten Kindern im Nebenraum schlief. Die von einem Nachbarn alarmierte Feuerwehr konnte die Flammen löschen, bevor sie auf andere Räume übergriffen. In der ehemaligen Schule sind nach Polizeiangaben mehr als 30 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern untergebracht.

Der Molotowcocktail wurde durch dieses Fenster geworfen.

Der Molotowcocktail wurde durch dieses Fenster geworfen.

Foto: dpa

Der Brandanschlag reiht sich in eine große Anzahl an Anschlägen ein, die in diesem Jahr auf Flüchtlingsheime verübt wurden. Eine Auswahl:

9. Februar 2015 In Escheburg (Schleswig-Holstein) wird ein brennender Benzinkanister in ein Zweifamilienhaus geworfen. An diesem Tag sollten sechs Flüchtlinge aus dem Irak einziehen. Verletzt wird niemand. Ein 38-Jähriger wird als Täter identifiziert und verurteilt.
28. Februar 2015 In Liliental bei Bremen werfen Unbekannte einen Molotow-Cocktail an die Hauswand eines Einfamilienhauses. Dort hat die Gemeinde 15 Flüchtlinge untergebracht. Niemand wird verletzt.
4. April 2015 Tröglitz (Sachsen-Anhalt): Unbekannte legen Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft. Zuvor war der Ort in die Schlagzeilen geraten, als Bürgermeister Markus Nierth nach rechtsextremen Anfeindungen im März zurücktritt.
17. April 2015 Hepberg (Bayern): Unbekannte zünden eine noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft an. Zehn bis zwölf Personen hätten in den Wohncontainern unterkommen sollen. Der Sachschaden beträgt 10.000 Euro.
6. Mai 2015 Limburgerhof bei Mannheim: Unbekannte zünden eine noch nicht bewohnte Containeranlage für Flüchtlinge an. Der Sachschaden beträgt etwa 25.000 Euro.
28. Juni 2015 In Meißen (Sachsen) wird in der Nacht ein Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft gelegt. Verletzt wird niemand, da das Gebäude noch unbewohnt ist. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
29. Juni 2015 Ein Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Lübeck-Kücknitz verursacht Sachschaden in Höhe von 1000 Euro. Das Feuer im Rohbau konnte die Feuerwehr schnell löschen. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund liegt nahe, so die Polizei.
18. Juli 2015 Remchingen-Singen (Baden Württemberg): Unbekannte legen ein Feuer und verursachen einen Schaden in Höhe von 70.000 Euro an einem Haus, welches als Flüchtlingsheim geplant war. Verletzt wird niemand.
16. Juli 2015 Reichertshofen (Bayern): Unbekannte brennen einen Gasthof nieder, der als Flüchtlingsunterkunft dienen solllte. An dem leerstehenden Gebäude entsteht hoher Sachschaden. Verletzt wird niemand.
26. August 2015 Unbekannte werfen in Leipzig einen Molotowcocktail in ein als Flüchtlingsheim geplantes Haus. Verletzt wird niemand, der Sachschaden kann gering gehalten werden. 56 Flüchtlinge sollten am Tag in das Haus einziehen.
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