„Innere Angelegenheit des Irans“ : Russland warnt USA vor Einmischung in Iran-Proteste

Solidarität mit den Protestlern im Iran zeigen Demonstranten vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
Donald Trump macht keinen Hehl daraus, das von Barack Obama ausgehandelte Abkommen kippen zu wollen.

Die US-Regierung nutze die Situation aus, um das Atomabkommen mit dem Iran zu untergraben, kritisiert Moskau.

shz.de von
04. Januar 2018, 12:47 Uhr

Moskau | Russland hat die US-Regierung vor einer Einmischung in die seit mehr als eine Woche andauernden Proteste im Iran gewarnt. „Was dort geschieht, ist eine innere Angelegenheit des Irans“, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Agentur Tass am Donnerstag in Moskau. Washington nutze die Situation absichtlich, um das mit Teheran ausgehandelte Atomabkommen zu untergraben, sagte der Diplomat.

US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche über Twitter den seit Tagen im Iran protestierenden Menschen eine Unterstützung seitens Washington angekündigt. Die Proteste richteten sich zunächst gegen die iranische Wirtschafts- und Außenpolitik, wurden dann aber zunehmend systemkritisch.

 

Das Atomabkommen mit dem Iran wurde 2015 von den USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ausgehandelt. Es gestattet die zivile Nutzung der Kernkraft, soll aber eine atomare Bewaffnung des Landes verhindern. Trump will das unter seinem Vorgänger Barack Obama verhandelte Abkommen kippen, die Europäer halten an ihm fest.

 
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