Petry, Pretzell und Flak : Russen sollen für Reise von AfD-Politikern bezahlt haben

Das Ehepaar Marcus Pretzell und Frauke Petry.

Das Ehepaar Marcus Pretzell und Frauke Petry.

Der Flug war teuer: 25.000 Euro sollen einer AfD-Delegation spendiert worden sein. Die Partei will aufklären.

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22. Mai 2018, 08:33 Uhr

Ein AfD-Trio reiste offenbar auf Kosten Russlands. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (F.A.Z) berichtet, sollen unter anderem die ehemaligen Parteimitglieder Frauke Petry und Marcus Pretzell von einem Flug nach Moskau im Wert von 25.000 Euro profitiert haben. Mit an Bord sei auch der Vorsitzende des AfD-Satzungsauschusses, Julian Flak, gewesen. Pretzell und Flak sollen den F.A.Z-Bericht bereits bestätigt haben, die ehemalige Parteivorsitzende Petry äußerte sich nicht. 

Die Kosten für den 25.000 Euro teuren Flug sollen von russischer Seite übernommen worden sein. Bereits im Frühjahr kursierten Gerüchte, wonach die AfD angeblich eine kostspielige Flugreise einsackte. Mit den Stellungnahmen von Pretzell und Flak gibt es nun Belege. Pretzell betonte, dass die AfD-Delegation nicht im Parteiauftrag in Moskau unterwegs gewesen sei.

Petry und Pretzell, die beide im Herbst 2017 aus der Partei austraten, hätten die Namen der Geldgeber jedoch an ihre Parlamentsverwaltungen in Sachsen und Brüssel melden müssen, doch das blieb wohl aus. Sollte die Übernahme der Flugkosten eine Einnahme im Sinne des Parteiengesetzes sein, würde es sich um eine illegale Parteispende aus dem Ausland handeln.

Reaktionen: „Schnellstmöglich um Aufklärung in dieser Sache bemühen“

Aufklärung von der AfD forderte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschuss, Norbert Röttgen (CDU): „Für welchen Landtags- oder auch Bundestagsabgeordneten würde ein russischer Geldgeber ein Privatflugzeug chartern und dafür 25.000 Euro zahlen?“, zitiert ihn die F.A.Z.. Laut Röttgen sei Petry offenbar als „unterstützenswerte Person angesehen“ worden.

Omid Nouripour, Abgeordneter der Grünen, sagte, Russland unterstütze Rechtspopulisten in ganz Europa. Es sei das erste Mal, dass sich eine bisher nur angenommene Verbindung zur AfD nachweisen lasse.

Auch aus den Reihen der AfD kam Kritik am Verhalten der Delegationen. Der Parteivorsitzende Alexander Gauland sagte am Montagabend: „Den geldwerten Vorteil, den Petry, Pretzell und Flak augenscheinlich angenommen haben, wurde beim Bundesvorstand nicht angezeigt. Wir werden uns schnellstmöglich um Aufklärung in dieser Sache bemühen.“ 

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