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Royaler Bademeister gesucht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 11:51 Uhr

Der Job ist schlecht bezahlt, die Anforderungen sind hoch, und trotzdem kann man davon ausgehen, dass die Bewerber Schlange stehen. Im Buckingham-Palast ist eine Stelle zu vergeben. Nein, nicht ganz oben, eher ganz unten. Per Stellenausschreibung lässt die Queen eine Haushaltshilfe suchen. 1200 Bedienstete stehen zwar schon auf ihrer Gehaltsliste, aber jetzt fehlt jemand, der ihr und dem Gatten Philip das Badewasser einlässt. Diese Pflicht wird in der Anzeige ausdrücklich angeführt. Dazu Ankleiden, Tee aufbrühen, Frühstück machen und Antiquitäten abstauben, also reinigen, nicht etwa mitgehen lassen. Außerdem wird von dem oder der Neuen selbstverständlich allergrößte Diskretion verlangt. Und diese Einstellungsvoraussetzung dürfte das Problem sein. Der klägliche Jahreslohn von umgerechnet 17 340 Euro wird keine Spitzenkraft in den düsteren Bau im Herzen Londons locken. Attraktiv ist dagegen die im wahrsten Sinn des Wortes zu erwartende Tuchfühlung mit den Majestäten. Wie oft, wie warm und wie lange baden sie? Was essen, pardon speisen sie, worüber plaudern sie bei der „tea time“? Das alles sind Informationen, die bares Geld wert sind. Allerdings nur, wenn man sie weitergeben kann. Ein einziger Artikel in einem bunten Blatt bringt mehr als das Jahresgehalt. Bei Hofe wird man das Risiko kennen. Doch es gibt keine Alternative. Es sei denn, die Queen und ihr Prinzgemahl brechen mit der Tradition und lassen zumindest das Badewasser eigenhändig einlaufen.

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