Umweltfreundliche Dienstwagen : Robert Habeck bedauert Scheitern an deutscher Auto-Allianz

Robert Habeck steigt in seinen Dienstwagen, einen BMW 740e iPerformance.

Robert Habeck steigt in seinen Dienstwagen, einen BMW 740e iPerformance.

Gegen die Dumpingpreise der großen Automobilherstelle komme man nicht an, sagt der scheidende Umweltminister.

shz.de von
14. August 2018, 07:25 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins scheidender Umweltminister Robert Habeck ist bei der Umweltfreundlichkeit im Fuhrpark der Landesregierung nicht so vorangekommen wie erhofft. „Wir haben verschiedene Vorstöße unternommen, die Flotte der Dienstfahrzeuge stärker auf erneuerbare Antriebe umzustellen“, sagte der Grünen-Politiker. „Aber wir kommen nicht gegen die Dumpingpreise der großen Automobilhersteller an – das ist ja das Perverse: Je größer die Fahrzeuge sind, umso günstiger sind die Leasingraten.“ Andere Hersteller außerhalb Deutschlands hätten diese Dumpingpreise nicht.

„Ein Kollege von mir wollte sich einmal über die billigen Leasingraten hinwegsetzen und hat sich ein Elektroauto aus dem Ausland als Dienstwagen angeschafft“, sagte Habeck. „Das hat ihn fast seinen Posten gekostet, weil das Auto für den Landeshaushalt eben sehr viel teurer war. Diese Allianz der deutschen Automobilhersteller haben wir nicht geknackt“, bedauerte Habeck.

Er fährt als Minister einen BMW 740e iPerformance, ein Benzin/Hybrid-Auto. Den Verbrauch gibt das Innenministerium mit 2,2 Litern je 100 Kilometern an, den CO2-Ausstoß mit 50 Gramm je Kilometer. Hier hat in der Ministerriege nur der kleinere Dienstwagen von Monika Heinold (Finanzen/Grüne) niedrigere Werte.

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