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Rendsburg: Steuerberater erschießt Finanzbeamten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rollstuhlfahrer feuert zwei Schüsse nach Streit in Behörde ab / Polizei sucht nun nach dem Tatmotiv

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 20:18 Uhr

Im Finanzamt von Rendsburg ist gestern ein Mitarbeiter erschossen worden. Der 58-jährige Sachgebietsleiter erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der mutmaßliche Schütze ist selbstständiger Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um Olaf Lauenroth (55), einen in der Region Rendsburg bekannten Lokalpolitiker, der zuletzt als Bürgermeisterkandidat in Fockbek öffentlich aufgetreten war. Für die FDP sitzt Lauenroth in der Gemeindevertretung des Nachbarortes von Rendsburg.

Die genauen Umstände der Tat, die sich gegen 10 Uhr in einem Dienstzimmer im Erdgeschoss der Behörde abspielte, blieben bis zum Abend unklar. Die Polizei bestätigte lediglich, dass zwei Schüsse fielen. Der Finanzbeamte wurde schwer verletzt in die Imland-Klinik gebracht, wo er verstarb. Lauenroth, der stark gehbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen ist, wurde mit einer Platzwunde am Kopf noch im Finanzamt festgenommen. Er befindet sich in Polizeigewahrsam. Nach Angaben eines Beamten ging den Schüssen ein Streit voraus. Der aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde stammende Sachgebietsleiter befand sich mit dem mutmaßlichen Täter allein im Raum. „Wir gehen nach derzeitigem Stand von einem Mord aus“, so Staatsanwalt Axel Bieler. Man wolle das Obduktionsergebnis abwarten und heute Haftbefehl beantragen. Über die Tatwaffe und das Motiv sagte er nichts. Nach Informationen unserer Zeitung ist Lauenroth Jäger und soll im Besitz von Waffen gewesen sein.

Die Kollegen des Getöteten reagierten geschockt. Sie verließen kurz nach der Tat das Amtsgebäude. Die Behörde bleibt auch heute noch für die Öffentlichkeit geschlossen.

Unterdessen wird diskutiert, wie die Mitarbeiter in Ämtern besser geschützt werden können. Seite 3

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